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Manchmal ist es von Vorteil, nichts, wenig, oder Falsches über den Inhalt eines Streifens zu wissen: Ein Flugzeug in der Luft, mysteriöse Vorkommnisse, - das klingt zunächst stark nach einer Episode „Twilight Zone“ und wenn das Drehbuch nicht so unglaublich sprunghaft wäre, würde der Streifen durchaus als gelungenes Vehikel durchgehen.

Es ist der „Atlantic Flight 686“, welcher aufgrund eines Sturmtiefs eigentlich gar nicht starten dürfte, schon gar nicht, wenn es von Gatwick (zwischen London und Brighton) nach New York geht und gerade mal ein Dutzend Passagiere an Bord sind. Während des Fluges verschwinden Passagiere spurlos, die Nerven liegen blank und dann kommt auch noch der Mythos um eine antike Vase ins Spiel…

Vorgestellt werden die Protagonisten in gestraffter Form am Terminal, was ein wenig an den klassischen Katastrophenfilm erinnert. Stewardess Harriett (Gemma Atkinson) und Kollegin Laura sind ebenso an Bord wie zwei männliche Flugbegleiter, hinzu kommen ein Gangster mit zwei Bodyguards, ein quasselnder Geographielehrer, ein rünstiges Liebespaar, zwei Afghanistan-Soldaten, ein Arzt, ein Impulsiver, eine Unauffällige und ein stiller Grauhaariger, während es in der Kommandozentrale am Flughafen ein Wiedersehen mit Mark Hamill gibt, der mittlerweile reichlich aufgedunsen aussieht und sich entsprechend wenig bewegen muss.

Die Figurenzeichnungen fallen zwar recht oberflächlich aus und einige Dialoge wie „manchmal müssen gute Menschen böse Dinge erleben“ sind entweder hohl oder unzutreffend, doch in Sachen Erzähltempo muss sich der britische Regisseur Domic Burns nichts vorwerfen lassen, zumal die bunte Gruppe von unberechenbar agierenden Figuren für einigermaßen Unterhaltung sorgt und der Spannungsaufbau bis zum Twist, also rund 50 Minuten lang, recht gut funktioniert.

Dann jedoch wird die Handlung reichlich abstrus, übersinnliche Elemente kommen ins Spiel, Aspekte des 9/11-Terrors gesellen sich ebenfalls hinzu und der Ausgang fällt maximal fragwürdig und mit endlos vielen Logiklöchern behaftet aus.
Da können die allenfalls passabel agierenden Mimen nicht mehr viel kaschieren, lediglich einige unerwartet harte Gewalteinlagen wundern bezüglich einer FSK16 und überraschen hingegen positiv.

So stehen einer originellen Grundidee und einem okayen Spannungsaufbau ein wirres Drehbuch und eine fade Optik ohne Finesse gegenüber, was „Airborne“ zwar nicht gänzlich substanzlos dastehen lässt, doch am Ende sind eher Trash-Fans gefragt, welche weniger hinterfragen und sich lieber halbwegs unterhaltsam berieseln lassen.
5,5 von 10

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