Als Molly Ringwald nach Europa ging, John Hughes erwachsen wurde und niemand mehr das Brat Pack sehen wollte, da legte doch England glatt noch eine Teenagerkomödie im Stile von "Ferris Bueller" und "Sixteen Candles" hinterher.
Hier ist es der unglaubliche Charles Highway, der mittels armseliger Vorzeitcomputer Buch über seine (englischen) Eroberungen führt und sich als nächstes, "erwachseneres" Opfer, die schöne Rachel ausgesucht hat.
Das Problem an diesem an sich charmanten Plot?
Charles ist ein unsympathisches Arschloch. Er ist zwar intelligent und reichlich kultiviert, hat aber eigentlich nur im Sinn, die schöne Ione Skye unter die Bettdecke zu bekommen. Der Schauspieler Dexter Fletcher, der Charles spielt, kann eigentlich für die jugendliche Lead Roll nur ein schlechter Scherz sein. Schleimige Post-80's Klamotten, unmögliche Wildwuchsfrisur, wulstige Lippen und dermaßen tief umrandete Höhlenaugen, daß man meint, er habe seit der Pubertät durchgesoffen.
Da ist es stark verwunderlich, daß Ione, die als wesentlich schöneren Verlobten den allgegenwärtigen James Spader (Pretty in Pink) an der Backe hat, nicht bei ihrem erwachsenen Galan bleibt, um auf die ungeschickten Annäherungsversuche dieses Aushilfsquasimodo zu hören.
Nach allerlei hampelnden Versuchen der lächerlichen Art (hineingemischt werden noch eine Freakshow aus Charles Umfeld und etwas Familienbande), schiebt Rachel erstmal ab und Charles stürzt sich in eine klassische Depri-Phase a la James Dean mit noch mehr Sonnenbrille, Alkohol, Zigaretten und finsterem, brütendem Schweigen. Da mir die Zielgruppe für derlei verquaste Einsamkeiten momentan entfallen ist, werde ich auch nicht verraten, wie dieser kaum zu ertragende Teenie-Mist ausgeht, weil ich es auch selbst nicht weiß. Die Schwelle des Erträglichen war erreicht und trotzdem zweifele ich kaum am Happy End, weil in Teeniefilmen immer der Glöckner die Prinzessin bekommt.
Die 80er waren geschmacklos? Wer das sagt, hat vermutlich diesen Film gesehen. (2/10)