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Hans Zeisig (Michael Herbig) und Siggi Meyer (Jürgen Vogel) sind erfolgreiche Kabarettisten im Berlin der 30er Jahre. Nach seinem Eintritt in die kommunistische Partei muss Meyer fliehen und 1938 fällt auch der unpolitische Zeisig bei den Nazis in Ungnade. Doch statt in den USA landet er im Moskauer Hotel Lux, wo sich viele deutsche Dissidenten aufhalten und er
schließlich Stalin trifft...

 

Zu Beginn des Films singen Jürgen Vogel und Michael Herbig als Hitler und Stalin verkleidet auf einer Kabarettbühne "Ein Freund, ein guter Freund" und bereiten den Zuschauer darauf vor, dass hier ernste Themen komödiantisch behandelt werden. Dieser Spagat gelingt Regisseur Leander Haußmann ("Sonnenallee" 1999, "Herr Lehmann" 2003) nach eigenem Script ziemlich gut, dabei muss einem das Lachen bisweilen im Halse stecken bleiben. Haußmann, der die Idee zu dem Film bereits 15 Jahre zuvor hatte, kann sich auf die gute Leistung von bewährten Darstellern wie Jürgen Vogel ("Kleine Haie" 1992, "Die Welle" 2008) und Thekla Reuten ("Rosenstraße" 2003, "Brügge sehen... und sterben" 2008) verlassen, im Mittelpukt steht aber ein großartiger Michael Herbig in der Rolle des kleinen Mannes, Zitat "manche Leute sind politisch und merken es gar nicht". Dabei will Herbig die Rolle zuerst ablehnen, da er sich nicht als Schauspieler sieht, doch nachdem das Drehbuch auf sein Spiel angepasst wird, kann ihn Produzent Günter Rohrbach ("Das Boot") überreden. Eine gute Entscheidung, denn Bully hat die Puderrosa Ranch längst verlassen und brilliert - irgendwo zwischen Heinz Rühmann und Steve Martin - in einer historisch-politischen Verwechslungskomödie, die in ihren besten Momenten an Ernst Lubitschs "Sein oder Nichtsein" (1942) erinnert und fast so lustig ist, wie Mel Brooks Remake (1983). Wenn das kein Lob ist...?!  (8,5/10)

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