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Mit einer ganz bestimmten Figur kann man über Nacht zur Ikone aufsteigen, was seinerzeit Miley Cyrus als „Hannah Montana“ gelang. Doch trotz frechen Kurzhaarschnitts und kleineren Skandalen, einer zuweilen leicht obszönen Bühnenshow und dubiosen Twitter-Bildern kommt sie nicht vom Image des stets lächelnden Vorzeigeteens los, wobei ein Streifen wie „So Undercover“ eher dazu führt, ewig auf halbgare Charaktere wie Hannah Montana abgestempelt zu werden.

Molly (Cyrus) arbeitet als Privatermittlerin mit ihrem Vater zusammen, der als ehemaliger Cop dem Glücksspiel verfallen ist. Um dessen Schulden zu tilgen, willigt sie dem Angebot des FBI-Mannes Armon ein, sich Undercover als neues Mitglied einer Studentenverbindung auszugeben. Dort soll sie die Studentin Alex beschützen und herausfinden wer sich an der Uni ebenfalls Undercover infiltriert hat…

Die Geschichte ist komplett auf Miley Cyrus zugeschnitten, die hier noch ein wenig voller im Gesicht ist und mit wallender Mähne, einem Dauerlächeln und stets kullernden Augen einen Abklatsch von Hannah Montana zu präsentieren scheint. Die völlig überzogene Darstellung der weiblichen Studentenschaft, in der man mehr Pink und dumme Blondinen sieht als in ganz Amerika eigentlich möglich, passt genauso zu der jungen Frau wie die die seichte Krimigeschichte, in der selten mehr als Spannung auf Sparflamme auszumachen ist.

Die freche Göre, das Plappermaul und die kluge Beobachterin nimmt man Miley vielleicht noch ab, doch eine knallharte Agentin mit großartigen Kenntnissen in Kampfsport, Fachwissen im Bereich der Kriminalwissenschaften und detaillierte Kenntnisse über bestimmte Motorräder? No Way.
Deshalb gibt sich das Treiben auch überwiegend als leichtfüßige Collage-Komödie, bringt hier und da mal ein paar lockere Seitenhiebe auf den Kulturwahn unter Jugendlichen, spielt mit Floskeln der modernen Jugendsprache („Voll Porno“) und überspitzt dabei immerhin einige Klischees typischer Studentenverbindungen.

Die Ermittlungen kommen indes fast zum Erliegen, nur pro forma gibt es irrelevante Gespräche mit dem FBI-Verbindungsmann, hier und da mal das Durchsuchen eines Zimmers, doch nichts, was auch nur ansatzweise Spannung aufkommen lässt oder gar Action ins Spiel bringt. Vielmehr gibt es kleine Anekdoten, etwa, wie man auf dubiose Art und Weise eine Menge Kuscheltiere verschachern kann oder der Kommilitonin Tipps zum Entwässern gibt, doch mit einem aufreibenden Kriminalfall hat das Ganze allenfalls während des letzten Drittels zu tun, als sich jemand als schwarzes Schaf entpuppt, Dad und die übrigen mithelfen und mit dem anvisierten Love Interest Klartext gesprochen wird.

Es ist seichte Unterhaltung auf einem Level, der zu anspruchsvoll für Kinder und zu niveaulos für Erwachsene ist, irgendwo zwischen typischer Uni-Klamotte und Kinderkrimi mit wenig Aufwand in Szene gesetzt, mit trendigen Songs als Füllmaterial angereichert und mit einigen jungen Vorzeigedamen besetzt, die allesamt nicht besser als auf Soap-Niveau performen.
Das ist zwischenzeitlich mal ganz goldig, zuweilen sogar leicht spaßig, oft aber nur plump und dahinplätschernd und von daher rein gar nichts für eingefleischte Krimifreunde.
Reicht für einigermaßen gute Laune und könnte etwas für überzeugte Miley Cyrus Fans sein, denn er ist ähnlich wie die Hauptdarstellerin: Schnuckelig, harmlos, aber auch ein wenig belanglos.
4 von 10

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