Review

So, nach nur 20 Stunden Sonnenzeit im Januar und einer kurzen Winterdepression, ob es überhaupt Sinn macht, sich noch soo viele Z-Filme anzuschauen und dann noch dazu Rezensionen zu schreiben, bin ich wieder da. Und es geht genau da weiter, wo es aufhörte: Mit Krabbeltisch-Kacke der untersten Sorte.

Was macht man mit Jugendlichen, die sich nicht benehmen können und man als Elternteil überfordert ist? Ja, genau, man schiebt sie ab. Ab in ein Erziehungsheim, oder wie im Fall von "Bad Meat" in ein Jugendcamp, das auf den Namen "Hardway" hört. Wahnsinn. Natürlich sind dort nur Aufseher, die den höchsten Abschluss erzielt haben: Pädagogisch äußerst wertvoll. Oder wie man im Fall von "Bad Meat" sagen kann, ein Oberchecker mit gegelten und gepflegten Seitenscheitel (dass er ein Adolf-Fanatiker ist, sieht man erst später, aber, wow, wer hätte das gedacht), ein Redneck, der scheinbar sein T-Shirt erst wechselt, wenn sich zwei Kotzfarben vermischen und eine Kathy Karrenbauer mit einer dicken Zigga in der Schnauze, die auch gerne mal den vierten afro-amerikanischen Aufseher ranlässt, oder ihn im schlimmsten Dildo-Latex-Outfit mal selber mit angetackerten Gummi-Schwanz vögelt. So weit, so kotzübel zu den sehr gut ausgebildeten Offizieren.
Dass dann die typischen handvoll Abziehbilder von Klischee-Tweenies dran glauben müssen, morgens aus dem Bett wachgepisst werden (ja ehrlich, so weit sind die Erziehungsmethoden in den Vereinigten Staaten), und unter einem Drill stehen, der "Full Metal Jacked" übertrifft, war zu erwarten.
Dementsprechend flach sind die Gut/Böse Charaktere auf beiden Seiten ausgefallen, dass es schon nach ganz schlechtem Troma-Suff riecht.

Aber es geht ja nicht um ein Drill-Camp, wobei der Film sich sehr viel Zeit lässt, diese Szenen zu zelebrieren, sondern um schlechtes Fleisch, bei dessen Genuss, die vier Ersatzerziehungsberechtigten sich in einen Mix aus Kannibalen/Zombies verwandeln und die jugendlichen Pfeifen gerne fressen möchten.

Nachdem ich beim ersten Anlauf vor Langeweile und C-Look weggepennt bin, habe ich einen zweiten Anlauf versucht, doch auch da wurde es nicht besser. Flache Teens fügen sich erst einmal flachen Sadisten und die ganze Chose fühlt sich an wie eine Wurzelbehandlung beim Zahnarzt. Gut, seit Jahren kommen so viele Filme in die Videothek gespült, die nicht einmal die Ausleihgebühr wert sind, und auch "Bad Meat" zählt dazu. Es gibt neben unfreiwilligem Humor (aber auch nur jenseits der 3 Promille-Grenze) einfach nichts, was den Film unterhaltend machen will. Einfühlsame Charaktere oder langsam aufgebaute Spannung? Fehlanzeige. Der Film wälzt sich in billigsten Klischees, die Troma schon in den 90ern besser rübergebracht hat. Als die Kannibalen-Schiene losgelassen wird, und man hofft bzw. innerlich zu Gott betet, dass es endlich besser wird, wird alles nur noch erbärmlicher. Ja ich gebe zu, kurzzeitig litt ich mit den armen Opfern mit, eine minimalistische beklemmende Atmosphäre machte sich breit, als sie sich in ihren Zimmern verschanzen und alle IKEA-Möbel vor die Türen stellen, aber ansonsten? Pahh.

Es gibt immer wieder Zwischenschnitte auf einen Überlebenden, der mumifiziert im Krankenhaus liegt, und wer nicht weiß, dass da ein Twist (gähn) wartet, aht noch keine zweistelligen Horrorfilme gesehen. Moment mal, ist "Bad Meat" überhaupt ein Horrofilm? Irgendwie schon, zumindest muss man diesen Schund ja irgendwo einordnen. Aber kurz gesagt, vom Regisseur bis zur letzten Location ist alles scheiße. Dass der Plot abrupt endet und kein Mensch weiß, was aus den überlebenden Jugendlichen (oder bin ich wieder mal weggepennt?) geworden ist, kommt der Mumien-Krankenhaus-Twist. Koitus interruptus.
Natürlich ist die deutsche Version geschnitten, aber selbst der Einbau von 20 Minuten Hardcore-Splatter würden "Bad Meat" nicht besser machen.

Absolute Zeitverschwendung

1/10

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