Stella, die bereits mehrmals vergebens versucht hat an einer Schauspielschule aufgenommen zu werden, bekommt endlich an einem etwas verrufenen Institut den Fuß in die Tür. Die Schule ist bekannt für eine spezielle Art des Schauspielunterrichts, welche dort einst von einem Lehrer, der zwischen Genie und Wahnsinn schwelgte, praktiziert wurde und die Schüler in den Selbstmord trieb. Jetzt aber nicht mehr, so zumindest die offizielle Version. Dennoch gehen in dem Internat merkwürdige Dinge vor sich: Schülerinnen verschwinden spurlos, die Lehrkräfte geben sich geheimnisvoll und was befindet sich überhaupt in dem gesperrten Teil des Gebäudes, dessen Zutritt verboten ist…?
Ein deutscher Giallo und zudem ein gar nicht mal so schlechter – ja is’ denn heut schon Weihnachten!?
Regisseur Andreas Marschall (TEARS OF KALI) macht das Unmögliche möglich und erschafft mit MASKS einen soliden Neo-Giallo, der mehr als AMER nicht bloße audiovisuelle Hommage, sondern tatsächlich als eigenständiger Mädchenmörder-Thriller gewertet werden kann. Bravo! Dabei werden alle Klischees erfüllt:
- der Killer tritt nur als Stichwerkzeug umklammerndes Patschehändchen auf,
- die Morde sind blutig, mitunter sogar sehr,
- der Soundtrack besteht aus schmissigen Synthi- und Prog-Rock-Nummern
- und die Optik erinnert an eine Zeit vor digital.
Dass hier die Klischees so schön bedient werden, ermüdet nicht, ganz im Gegenteil sogar, es lässt das Gialloherz höher schlagen. Auffällig sind natürlich die Ähnlichkeiten zu Argentos SUSPIRIA, der hier wohl als direktes Vorbild gedient hat. Die Internat-ähnliche Schule, die verschwörerisch agierenden Lehrkräfte, die zwei Schülerinnen, die hinter das Geheimnis des Hauses blicken möchten… – das stinkt alles schon arg nach SUSPIRIA. Doch selbst diese krassen Parallelen werden nicht als plumpe Kopie wahrgenommen, sondern es macht Spaß den vertrauten Plot in anderer Form vorzufinden.
Gemordet wird mit Degen, Schere und allem was scharf ist und glänzt. Die Opfer werden mitunter schon ziemlich fies aufgespießt und an roter Soße wird definitiv auch nicht gespart.
MASKS gelingt es ein stimmiges Flair und einen tüchtigen Spannungsbogen aufzubauen. Letzterer flacht leider im zweiten Drittel merklich ab, als Stella dann der Spezialmethode im Keller unterzogen wird. Da zieht sich der Film ein bisschen, rutscht so ein bisschen in die Torture-Porn-Schiene ab und mitunter schwappt dann auch der Eindruck einer Billigproduktion auf. Das Ende ist aber wieder ein rundes Ding. Schuld sind, wie sich am Ende herausstellt, wie so oft die Bolschewiken. Kann man also im Grunde nicht meckern über den Streifen.
„Wenn du die Pforte überschreitest, musst du abgeben deine Seele. Dein Mobiltelefon!“
Fazit:
Giallo Is Back! Und auf Deutsch!
Trotz kleinerer Mängel und einem im Abgang etwas labbrigen Spannungsbogen tatsächlich ein Giallo ganz nach alter Schule.