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„Night of the Living Dead“ ist der erste große Zombiefilm, auch wenn es vorher bereits ein paar Filme über diese Art von Monster gab.
Auf einem Friedhof in der Nähe von Pittsburgh wollen Barbara (Judith O'Dea) und ihr Bruder Johnny (Russell Streiner) an sich nur kurz das Grab ihres Vaters besuchen, als ihnen plötzlich ein seltsamer Mann entgegenwankt. Zuerst denken die beiden sich nichts, doch dann fällt er über sie her und tötet Johnny, woraufhin Barbara entsetzt flieht. Damit präsentiert George Romero einen sehr zügigen Einstieg ohne lange zu fackeln, was den Zuschauer direkt zu Beginn packen kann.
Barbara flieht und kann sich in ein nahes Farmhaus retten, als plötzlich Ben (Duane Jones) auftaucht. Dieser erklärt ihr, dass es sich bei dem Angreifer um keinen Einzelfall handelt, sondern dass überall Tote zum Leben erwachen. Er selbst ist gerade erst einer ganzen Horde entkommen. Ben beginnt das Haus zu verbarrikadieren, während Barbara angesichts der Situation in eine Art Lethargie verfällt. Klares Vorbild hierbei natürlich: „Die Vögel“ sowie der klassische Belagerungsfilm im Stil von „Rio Bravo“.

Bald entdecken die beiden, dass sich im Keller noch weitere Leute verstecken: Tom (Keith Wayne) und Judy (Judith Ridley), ein junges Pärchen, sowie die Cooper-Familie, bestehend aus Harry (Karl Hardman), Helen (Marylin Eastman) und ihrer verwundeten Tochter Karen (Kyra Schon). Derweil rotten sich draußen die lebenden Toten zusammen, während im Innern Konflikte über das Verhalten in dieser Situation entstehen…
Heutzutage kann „Night of the Living Dead“ sicherlich nicht mehr ganz so schocken wie damals, denn vor allem was die Effekte angeht, ist man härteres gewohnt, auch wenn die paar Leichenfressszenen für damalige Verhältnisse überraschend explizit und sehr gut getrickst sind. Zudem hat der Film auch ein paar kleinere Längen, die Romero nicht immer mit Gruselstimmung überbrücken kann. Trotzdem holt Romero einiges aus der recht simplen Story heraus und nutzt den begrenzten Raum (das Haus und die nähere Umgebung), um Survivalkino ohne großen Aussichten auf Flucht abzufeiern.
So ist auch vor allem die Atmosphäre wichtig, wenn die mehr oder minder verzweifelten Charaktere an Auswegen aus Situation suchen ohne sich groß im Klaren über die Bedrohung zu sein. Radio und Fernsehen liefern Basisinformationen und können nur ein bisschen helfen, auch über die Strategien (verschanzen oder fliehen) sind sich die Charaktere nie einig, was die Situation noch brenzliger und bedrohlicher macht. Der Hysterie im Haus stehen die emotionslosen Untoten gegenüber, die keine Eile kennen und dadurch noch bedrohlicher wirken – als sei ihr Eindringen ins Haus nur eine Frage der Zeit.

Besonders zu erwähnen sei sicherlich der Schluss des Films, der sehr böse daherkommt. Alle rationalen Strategien scheitern, gerade die als irrational abgetane Strategie funktioniert. Auch die Retter sind an sich gar keine, aber muss man den Film kennen, um zu verstehen was ich meine. Und am pessimistischen Ende steht die Frage, ob es zwischen den lebenden Toten und deren Jägern große Unterschiede gibt, wer quasi die wahren Zombies sind.
Drehbuch und Regie funktionieren, nur den Schauspielern merkt man an, dass sie bis auf Duane Jones und Judith O'Dea keine professionellen Darsteller sind. So wirken die beiden auch klar am überzeugendsten, während der Rest ab und zu so seine Schwierigkeiten hat wirklich glaubwürdig zu wirken.

Doch auch wenn „Night of the Living Dead“ heutzutage nicht mehr so spannend wirkt und kleinere Längen hat, so macht die Atmosphäre immer noch großen Eindruck und vor allem die pessimistische, leicht kritische Art zeigt, warum er ein Klassiker ist.

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