Review

"Night of Anubis" ???  Was soll denn bitte dieser alternative Titel ?   *roisper* Egal. Ich schreibe jetzt mal über diesen Film, den ich mir vor einiger Zeit zu Gemüte geführt habe, mit dem gebührenden temporären Abstand den man braucht um ein solches "Kunstwerk" zu verstehen. George A. Romero hat also mit "Night of the living dead" einen Film geschaffen, der  zahllose Kopien nach sich zog und ein ganzes Genre aus dem Boden stampfte, das jetzt wieder seine Renaissance feiert.

Wie geht man an einen Film heran an dem die Zeit doch allzu deutlich genagt hat ? (Versteht mich nicht falsch, ich bin ein großer Fan einiger Werke aus der guten alten Zeit : "Der 3. Mann", "Im Westen nichts Neues", "Die Teuflischen" ich könnte ewig so weiter machen.) Wir dürfen bei N.o.t.l.d. nicht vergessen, dass er in einer Zeit entstand, in der sowohl graphische Gewalt, als auch Schwarze - aus rassischen Gründen - keinen besonderen Stellenwert in Filmen einnahmen. Viele von euch, die sich hier über den Film informiert haben, werden einige der besonders reaktionären Stellen des Films bereits - zumindest in schriftlicher Form - kennen. Und natürlich ist es begrüßenswert, dass endlich mal nicht die weißen Darsteller diejenigen welche sind, die brillieren.

Aber leider merkt man "Night of the living dead" seinen Amateurfilm-Charakter, bedingt durch das äußerst mickrige Budget - da mache ich Romero gar keinen Vorwurf - , an vielerlei Stellen zu deutlich an, als daß ich ihn unter den Kultfilmen des letzten Jahrhunderts (-tausends) einreihen möchte. Romeros Stärke besteht in seiner Idee, einer bis dato völlig neuen und durchaus interessanten Idee. Doch nicht in der Inszenierung.

Anstatt durch den geschickten Gebrauch von Licht und Schatten eine düstere, ja bedrohliche Stimmung zu erzeugen, wirken die meisten der Aufnahmen statisch und langweilig. Starke Kontraste wurden kaum ausgenutzt. Die Schauspieler agieren von ganz ordentlich bis unsäglich langweilig und unmotiviert. Gut, gerade die Zombie-Statisten hatten ja bis dato noch keinerlei Chance sich an anderen Werken zu orientieren. Nachwievor bleibt für mich aber das größte Problem, dass diese langsam schlurfenden Kerle einfach keine richtige Gefahr, keine Angst erzeugen wollen. Aber eben diese Angst von einer Übermacht reißender Bestien verfolgt zu werden macht für mich den Reiz am Zombie-Genre aus. Ich kann diese Art der Endzeitstimmung einfach nicht nachvollziehen, und so richtig scheint die auch nicht zu bestehen, sehen wir doch in der finalen Szene einige Hobbyjäger und Polizisten, die sich ganz gemütlich durch die Zombie-Horden hindurchschlachten ohne dass auch nur einem von ihnen etwas passiert. Gefahr also gleich null.

Ganz anders sieht es da im verbarrikadierten Haus aus. Hier wiederum funktioniert Romeros Grauen. Die eingeschlossenen können wegen der draußen lauernden Untoten nicht raus, müssten es aber, denn unter ihnen hat sich mittlerweile die mysteriöse Seuche auch ausgebreitet. Das Georgy dafür ein Kind benutzt halte ich, für damalige Verhältnisse, für äußerst reaktionär und gewagt. Trotz allem will der Funke nicht so richtig zünden, und das liegt nichtmal am fehlenden Goregehalt - war warscheinlich besser, denn ich kann mir kaum vorstellen dass man das damals überzeugend hinbekommen hätte - sondern eher an der furchtbar behäbigen Inszenierung. Zwischendrin kommt man nicht umhin von purer Langeweile zu sprechen.

Kann dieser Film also seinen Lorbeeren gerecht werden ?

Einerseits ja, denn er prägte ein Genre und er machte Schluß mit dem Schattendasein (man, der ist echt gut !) schwarzer Schauspieler in amerikanischen Filmen, die bis dato, wenn überhaupt, nur Hintergrundstatisten oder Böse spielen durften.

Andererseits nein, denn gerade Welles oder Hitchcock haben bewiesen dass man die Kraft der Bilder ausnutzen muss um den Zuschauer zu fesseln, und hier fällt "Night of the living dead" einfach zu bieder aus.

Aus filmhistorischer Sicht sicher einen Blick wert, wer ihn aber noch nicht kennt muss ihn auch nicht unbedingt gesehen haben. Denn die Zeiten als der Großvater die Großmutter nahm und Schweineinnereien noch zu schockieren vermochten sind (außer für Herrn Taubert) definitiv vorbei.

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