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Hmm, was soll man zu so einem vielrezensierten und beurteilten Film noch sagen?
Die Story dürfte hinlänglich bekannt sein.
Zu Beginn wollen/sollen Barbara und ihr Bruder einen Kranz auf dem Grab ihres Vaters niederlegen. Sie scherzen. Der legendäre Satz "Sie kommen, um dich zu holen, Barbara!", entsteht.
Und, sie kommen tatsächlich, um "sie" zu holen.
Barbara flieht vor den Untoten, nachdem ihr Bruder Opfer wurde, in ein Haus mit weiteren Überlenden Menschen - und ihren teilweise widerstreitenden Ansichten, was zu tun sei.
Ab da geht es zwar noch um die Bedrohung von Außen (die Zombies) aber zunehmend auch um die internen Animositäten.

Wenn man den Film im heutigen gesellschaftlichen Kontext betrachtet und bewertet, so scheint er teilweise banal und langweilig.
Doch, er wurde in den 1960ern gedreht. Diskriminierung und Intoleranz gegenüber "andersartigen Gruppen von Menschen" waren damals noch sehr existentielle Themen. Man bedenke nur die Rechte der Frauen und das Vorgehen gegen Nicht-Weiße. Andeutungen gibt es in subtiler Art etliche.
Night of the living Dead ist ein sehr gesellschaftskritischer Film innerhalb seiner Zeit. Zweifellos hat Romero eine Art neues Zombie-Genre geschaffen, doch dieser Film ist in erster Linie innerhalb seines historischen Kontextes und nicht nur auf banaler Horrorfilm-Ebene zu bewerten.
Auch Romeros Folgewerke sind immer unter dem Aspekt der jeweils geltenden sozialen Kontexte aufzufassen. Seine Splatter-Effekte sind niemals Selbstzweck, sondern unterstreichen nur die subtilen sozialen Zusammenhänge, die dieser geniale Regisseur absolut gekonnt und stets zeitgemäß und in den jeweiligen Zeitgeist gekonnt eingebettet, transportiert und als solche auch sehend umsetzt.

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