Inhalt:
Sieben unterschiedliche Menschen kommen in einem Landhaus zusammen, um sich vor einer zunehmenden Schar von lebenden Toten, deren Appetit auf Menschen offensichtlich ist, zu verschanzen. Die Gruppe sucht nach einem Ausweg...
Kritik:
George A. Romeros erster Teil seiner legendären Untotentrilogie aus dem Jahre 1968 hat den modernen Horrorfilm, insbesondere das Zombiegenre, wie kein anderer geprägt. Zwar gab es zuvor bereits Filme, in denen Zombies auftauchten, doch waren diese eher Produkte des Voodoozaubers und verspürten nicht das Bedürfnis, sich menschliche Häppchen einzuverleiben.
Das Bild, was Romero von Zombies erschuf, obwohl sie in seiner Trilogie niemals als Zombies, sondern wie in diesem Teil als "lebende Tote" oder einfach "Dinger" betitelt werden, sollte zum Inbegriff für diese Wesen werden und ein eigenes Subgenre schaffen. Das Gedärme ausrupfen und Körperteile futtern wurde zum Standart für nachfolgende Zombiefilme und war für damalige Verhältnisse äußerst gewagt.
Die Idee, den Film in Schwarz/Weiß zu drehen, war eine gelungene Idee, wobei für diese Idee wahrscheinlich eher das mangelnde Budget verantwortlich war. Dies verleiht dem Streifen eine ganz besondere Atmosphäre und die vielen schattigen Szenen wirken durch das Schwarz/Weiß noch bedrohlicher. Da werden Erinnerungen an die alten Horrorfilmklassiker der 20/30er Jahre, wie z.B. "Nosferatu" oder "Dracula" wach.
Hinzu kommt die Kameraführung (ich denke, es handelt sich um eine Handkamera), da durch die Wahl der Einstellungen und die stellenweisen Ruckler (beispielsweise bei der Eröffnungs-Friedhofs-Szene) dem Zuschauer der Horror auf besondere Art und Weise näher gebracht wird. Diese Elemente lassen den Betrachter auch die unangenehme, klaustrophobische Stimmung im Hause intensiv mitfühlen.
Auch die Darsteller liefern allesamt gute Leistungen ab und bringen die unterschiedlichen Charaktere glaubwürdig zur Geltung, so dass man die sich entwickelnden Konflikte in der Gruppe nachvollziehen kann. Auch dass es bald zum großen Knall kommen und es Tote, nicht nur auf Grund der Aktivitäten der "Dinger" geben wird, wird einem schnell bewusst.
Ungewöhnlich war bei der Wahl der Schauspieler für damalige Verhältnisse, dass die Hauptperson ein Schwarzer ist und dass dieser nicht mit den gängigen Klischees behaftet wurde.
Apropos ungewöhnlich: Auch das unglaublich böse und pessimistische Ende war für den Horrorfilm ein Novum.
Alles in allem ist und bleibt "Die Nacht der lebenden Toten" ein Kultklassiker des Horrorfilms, der trotz geringen Budgets Filmgeschichte geschrieben und den modernen Horrorfilm geprägt hat und somit zum absoluten Pflichtprogramm gehört.
10 von 10 Punkten