„Wo ist mein Buch?“ ist ein zentraler Satz des B-Movie-Horrors „Night of the Scarecrow“. Anhand dieses Satzes lässt sich nämlich die dünne Story des Films erzählen.
Ein Hexenmeister, der vor langer Zeit einem kleinen Städtchen auf die Beine half, wird von den damaligen Bewohnern umgebracht und inmitten eines Feldes unter einen dicken Steinblock begraben. Als eines Tages (natürlich besoffene) Jugendliche mit einer Planierraupe unbeabsichtigt das Grab öffnen fährt dessen Geist in eine Vogelscheuche und dürstet nach Rache. Hieran kann man erkennen, dass sich der Drehbuchschreiber angesichts des nur wenig variierten üblichen Rache-Plots nicht gerade mit Ruhm bekleckert hat.
Die Darsteller sind gänzlich unbekannt und veritabel, denn einen versoffenen Taugenichts, einen verständnisvollen () Schönling und die erwachsen gewordene Tochter kann nun wirklich jeder einigermaßen glaubhaft geben.
Trotzdem ist „Night of the Scarecrow“ ein für Trashfans interessantes Werk geworden: die Dialoge sind unfreiwillig komisch („Wo ist mein Buch?“), das Vogelscheuchenkostüm wirkt lächerlich und die Darsteller sind wie erwähnt ziemlich veritabel. Das hat wahrscheinlich auch mit dem wohl ziemlich schmalen Budget des Films zu tun. Dennoch ist hier nicht ganz Hopfen und Malz verloren. Einige Gore-Effekte (welche ebenfalls unfreiwillig komisch wirken) und ein beachtlicher Spannungsbogen machen das Zuschauen erträglich und zumindest ist der Film unterhaltsamer Billig-Trash geworden im Gegensatz zu der 3. Fortsetzung eines Kettensägen-Films, den ich hier nicht nennen möchte.
„Night of the Scarecrow“ bleibt ein ziemlich durchschnittliches kleines Horrorfilmchen mit schlechten Effekten, aber (für Trashfans) mit hohem Unterhaltungswert. Auch Splatterfans kommen auf ihre Kosten. Muss man aber nicht gesehen haben.
Meine Bewertung daher 5 von 10 Punkten.