Zwei übermütige Teenies erwecken ungewollt etwas Böses in einem Maisfeld, als sie betrunken mit dem Bulldozer herumhantieren. Sich des Körpers einer Vogelscheuche bemächtigt terrorisiert der teuflische Geist die Kleinstadt Hanford, deren Gründer ein düsteres Erbe hinterließen. Schnell wird klar, dass es beim Ausbaden der drohenden Gefahr an Dillon (John Mese), dem Vorarbeiter des Bürgermeisters, und seinem love interest, der aufmüpfigen Claire (Elizabeth Barondes) hängen bleibt. Ihre reizende Familie, inklusive Pfarrer, Sheriff und natürlich Papa Bürgermeister trifft es passenderweise als erstes, in den Mordszenen geht es blutig zu. "Night Of The Scarecrow" hebt sich in der übersinnlichen Grundthematik zwar von den üblichen Slashern ab, funktioniert jedoch ähnlich. Wie die menschlichen Killerkollegen taucht die Vogelscheuche plötzlich aus dem Nichts auf und ist herrlich kreativ, wenn es um die vergeltenden Killings geht. Egal, ob mit dem Mähdrescher oder ob sie dem verdächtig involvierten Pfarrer den Mund zunäht (schöne Szene), einige der gezeigten Goreszenen sind nicht ohne. Die Atmosphäre ist halbwegs gelungen und mit allerlei übernatürlichen Effekten versehen. Die Vogelscheuche kommt in ihrem rustikalen Look gut rüber, dass sie sprechen kann ist sicher Geschmackssache. Ein klarer Pluspunkt ist, dass das Drehbuch schnell zur Sache kommt und nicht mit einer belanglosen Rahmenhandlung langweilt, die ohnehin in solchen B-Movies oft überflüssig ist. Dafür gibt es gelungene Rückblicke, die darüber aufklären, welcher Fluch auf der Kleinstadt liegt, ohne tiefschürfende Weisheiten ist das durchaus stimmig und rund. Sicher liegt hier kein anspruchsvoller Film vor, für den Horrorfreund ist das nicht zuletzt wegen der ausgebreiteten Fiesheiten seitens des Hexenmeisters im Kartoffelsackoutfit empfehlenswert, da teils explizit dargestellt. Regisseur Jeff Burr, innerhalb dieses Genres eher für mittelmäßige Sequels bekannt, setzt seinen Horrorfilm effektiv und mit vielen guten Ideen gewürzt in Szene, das Tempo steigert er gekonnt.
Fazit: Gelungener Scheuchenhorror aus der B-Ecke, kurzweilig und mit guten SFX. 6/10 Punkten