Nun doch recht ungewöhnliche, eigentlich gar nicht so richtig in Genrekategorien fassbare Mischung aus Gangsterfilm, Superheldenfantasie mit dramatischen Hintergrund und Martial Arts Moralität, die das Nachfolgewerk des Revenge - A Love Story Teams und ihre somit zweite entscheidende Komponente als Empfehlung darstellt. Bestimmend ist erneut die formelle, wenn diesmal auch sichtlich ruhiger eingesetzte Handhabung (bild)technischer Brillanz, die über weite Strecken von einer ebenso expliziten Komplexität materieller Begrifflichkeiten unterstützt wird. Spielend in einer Welt, die nicht wirklich die unsere, sondern vielmehr die Verzerrung aus erst schönen, dann umso erschreckenden Kindheitsträumen und dem Aufwachen des eigenen Bewusstseins in einer absurden und umso stilisierten live action Mecha Anime Gesellschaft ist:
Lee Siu-sheung [ Juno Mak ], Mädchen für Alles in einem kleinen Strassencafe und privat nach dem frühen Heldentod seines Vaters [ Dominic Lam ] selbsternannter Captain der "Earth Guard" und so Bürgerwehr in Personalunion, wird von der Bodyguardtruppe um Shing [ Gordon Lam ] für die Bewachung des Schwerreichen Hon Yu [ Jimmy Wang Yu ] engagiert, wobei er auch dessen Tochter Annie [ Stephy Tang ] näher kommt und hilfreich zur Seite stehen kann. Bevor er allerdings merkt, in welche Gangsterkreise er mit dieser Anstellung bei der Matsumoto Group hinein geraten ist, hat der Rest der wenigen ehrwüdigen Beschützertruppe, Tak Mui [ Ken Lo ], Siu-ho [ Chin Siu-ho ], Wah-chiu [ Tony Ho ], Ah Nam [ Vincent Sze ] und Tak-bun [ Kenny Wong ] längst den Aufstand gegen ihren Auftraggeber und die Absetzung der Rangfolge intrigiert. Während Lee schwer verletzt im Krankenhaus liegt, versucht sich sein naiver Freund Big Bird [ Wen Chao ], seine Mutter [ Pat Ha ] und der von Schuld am Tod von Lees Vater geplagte Cop But Ching-mo [ Hugo Ng ] jeweils auf ihre Weise, die herben Verletzungen und den nun rasant in das Brutale abkippenden Gangsteraufstieg zu rächen.
Komplett im Japanese Entertainment - Fanmode und dies auch sichtlich als Aufhänger für weitere Prozedere nutzend, befindet sich das Werk nur in der Einleitung der später düsteren Allegorie. Inspiriert und unter entsprechenden Verwendung von Details der animierten Space Emperor God Sigma, einer 50 Episoden umfassenden Serie von Toei in den frühen Jahre der Achtziger des letzten Jahrhunderts, wird dort in Bild, Ton und vor allem auch Gefühl die längst vergangene Epoche samt Aufbruchsstimmung und Verklärung und im Privatgebrauch stilisiert. Ansprechpartner und Zielgruppe dieses Angelns nach schneller Aufmerksamkeit sind natürlich die nunmehr erwachsen gewordenen, oder zumindest vom Alter her diese Entsprechung und Funktion tragen müssenden Männer. Einst Kind und mit bangen Blick und staunenden Augen vor dem Fernseher die neuesten Abenteuer ihres jeweiligen Helden gegen das Böse in einer weit entfernten, aber umso faszinierender als das Dasein und Jetztsein gestalteten Welt verfolgend, werden die damalig empfundenen Gefühle hier für einen Moment, bis zum ersten blutigen Aufwachen aus diesem Tokusatsu - Wunschtraum evoziert.
Früher alles einfach und im Nachhinein und der verklärenden Empathie, in der das Gute nur überbleibt und das Schlechte halt nicht mehr. Heute das triste Einerlei, mit mäßigen Job, und umso mehr Schulden. Der Traum ist gelebt und scheint vorbei, ein Alleingang der traurigen Routine hat sich angeschlossen, die hierbei zwar erst auch noch so seine Lichtblicke, dies aber nur in gelblich dräuenden, so warnenden und bald komplett düsteren Farben bereithält. Der kurze Hoffnungsschimmer im Wechsel der Genres, vom kleinen Independent zur offensiveren Action, zwischen Time & Tide und The Mission, in der mit Vaterfiguren, einem Männerbündnis und den Ritualen von Beobachtung, Bewachung und Beschützen unter strengen Regeln, in ästhetisch und physisch disziplinierten Strukturen operiert wird. Stellvertretend für seine Hauptfigur Siu-sheung und so unter doppelter Verwendung eines Trademarks wächst der Film aus dem alten Anzug hinaus und in einer besser sitzenden, im finalen Akt sogar extra maßgeschneiderten und da auch wiederum die Kindheit wiederholenden Anzug, mit allem für Kampf im Showdown Nötigen hinein.
Zwischen Naivität und Übertreibung zu Gangstergemetzel mit Messer und Machete oder dem Entzünden eines kompletten Parkhauses einschließlich der explodierenden Autos in ein Flammendes Inferno; eine Methode der Anpassung an jeweilige Verhältnisse, die sich rasch bis blitzschnell ändern, aber trotzdem die Ursprünge der (verloren geglaubten) Jugend nie vergessen machen oder dies überhaupt wollen können. So bleibt das Pfund von Anteilnahme an den zunehmend in die Absurdität auswachsenden Ereignissen auch die weiterhin angemessene Zeichnung seines Charakters, der sich eben nicht bloß mit den Gefahren, dem steigernden Unheil bis hin zur Nahtod- und Todeserfahrung zu dem letztlich finalen Widerstand erweitert, sondern zusätzlich die Wahrheit kindlicher Wünsche vom Kampf und Sieg des Guten, dies aber trotzdem in Ernsthaftigkeit und die Hoheit der Handlung lebt.