„Pathfinder“ spielt um das Jahr 1000 im nördlichen Skandinavien und erzählt die Geschichte des jungen Aigin, dessen Familie bei einem Überfall der räuberischen Tschuden ausgelöscht wird. Sich selbst kann er angeschossen zu einem Lager des friedlichen Nachbarstammes schleppen doch das sorgt dort für Aufregung: Wird seine Spur die Horde herführen und soll man kämpfen oder fliehen?
Dadurch, dass bei offenbar geringem Budget viel Aufmerksamkeit auf die Darstellung der Alltagswelt der Nomaden gelegt wird, dehnt sich das Ganze teilweise beträchtlich und erinnert zuweilen an eine Vorführung im Freilicht-Museum. So wirklich authentisch wirkt das alles jedenfalls nicht, von den Bärten der Waldläufer mit eingeklebtem Kunsteis über den verkleideten Bären bis hin zu der völlig unpassenden Synthie-Musik, selbst die traumhafte Winterlandschaft des hohen Nordens kommt zu wenig zur Geltung.
Auch gibt es mehrere unlogische Stellen, wieso macht sich z.Bsp. nicht gleich der ganze Stamm auf den Weg zum Meer wo doch noch Zeit genug ist und wie kann Aigin schließlich die Tschuden den geheimen Weg über die Berge führen (daher der Titel), er war doch noch nie da?!
Höhepunkt war für mich die Szene, als der Alte im Lager dem nach Rache dürstenden Aigin eine Lektion über „die große Bruderschaft“ gibt, die Alleinheit, die die Tschuden vergessen haben und er Gefahr läuft, durch seinen Zorn wie sie zu werden.
Ansonsten gibt es keine Tiefgründigkeiten und auch die Charaktere bleiben weitestgehend blass und austauschbar.
Fazit: Alles in allem zwar ein ungewöhnlicher Film dem man aufgrund der einfachen Machart sein Alter nicht anmerkt und der interessantes aus der Lebenswelt der Nordmänner liefert, als Spielfilm jedoch wenig fesselt und streckenweise eher „Infotainment“ ist.