Bei TV-Filmen bin ich gewöhnlich mit wenig zufrieden, aber so einen Sparfuchs von einem Sender kann man auch als Chancentod auslegen und „Night Slaves“, einer der frühen SF-Beiträge aus der ABC-Movie-of-the-Week-Reihe fällt für mich in diese Kategorie.
Also wir haben es hier – im klassischen Sinne – mit einer Art Remake von „Gefahr aus dem Weltall“ zu tun. Bis man aber soweit kommt, vergeht erstmal viel Zeit von gerade mal 70 Minuten.
Zunächst bollert James Franciscus erstmal seinen Wagen in einen größeren Unfall (größtenteils im Off, muss ja gespart werden), just als er seinen Job aufgegeben hat und gerade mit seiner Holden Schluss machen will. Wegen enormen Gehirndrucks bauen ihm die Ärzte eine Stahlplatte in die Schläfe, welche ihm noch hilfreiche Dienste tun soll. Leider gibt er sich die Schuld am Tod der Unfallopfer, weswegen seine Frau dann doch noch nicht die Scheidung einreicht (dummerweise hat sie was mit seinem Geschäftspartner a.d, was den Cast überschaubar macht), sondern mit ihm durchs Americana-Hinterland gondelt. Für eine Nacht stranden sie also in der typisch amerikanischen Kleinstadt (erkennbar schon daran, dass Leslie Nielsen hier der Polizeichef ist), doch mit ruhigem Nachtschlaf ist es Essig. Die ganzen Stadtbewohner lassen sich nämlich auf Lastwagen verladen und düsen ab in die Dunkelheit. Mit dabei die holde Gattin, die hinterher beim Frühstück nichts mehr davon wissen will. Der Chief übrigens auch nicht. Nur ein ewig gniggerndes Mägdelein wirft ihm obskure Hinweise zu.
Man ahnt es bereits: hier sind die Aliens gelandet, bzw. gestrandet, und brauchen nun Mankindpower, um das gute Porzellan wieder ins All zu bewegen. Bis das aber endlich einer der Fremden vor James ablässt, hat Uschi Alien dem Zuschauer mit nebulösen Andeutungen schon die Laune getötet und – oh Schreck – so etwas wie eine Love Story angefangen.
Ähm ja…wieder einer dieser Filme, wo sie kein Geld für Alienmasken hatten und ein Raumschiff war im Budget auch nicht drin, also Werkhallen, menschliche Darsteller mit seltsamen Blick und POV-Shots. Leider gibt’s auch nicht so richtig Spannung…oder Gefühls-TV…oder sonst irgendwas von Interesse. Die Aliens sind eigentlich ganz nice, eine echte Bedrohung findet nicht statt (dafür gibt es unsichtbare Barriere, noch so etwas Kostengünstiges) und das Ende ist auch recht nebulös, wenn auch passend (hoffe ich irgendwie).
Da die Stimmung des Films von Drama auf Mystery auf Sci-Fi auf Drama auf Love Story wieder auf Sci-Fi wechselt, können 70 Minuten ganz schön lang werden, da nützen mir auch die ausgesuchten Darsteller nicht wirklich etwas. Für einen Hamsterzüchter in Missouri war das vielleicht noch ganz aufregend, für alle übrigen vermutlich arg zerfahren. Im Netz ist der Film (bissl zerschossen) durchaus zu haben, doch bei allem guten Schauspiel (und Lee Grant und Tisha Sterling können ja was): viel bleibt da nicht hängen. (4/10)