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Jules (Trish Stratus) und ihre Kollegen Ridley und Chase Thomson sind professionelle Kopfgeldjäger - ein Berufsbild, das es in Europa nicht gibt, das in den Staaten aber Konjunktur hat: Säumige Zahler landen auf einer Liste und werden "eingefangen", d.h. bei der nächsten Polizeidienststelle abgegeben, für die Fänger gibts dafür ein nettes Sümmchen. Während sich das Trio nun mit kleineren Fällen herumschlägt, verspricht ihnen ein solchermaßen eingefangener Schuldner eine wesentlich höhere Summe (100.000 Dollar), wenn sie ihn wieder laufen lassen. Nach einigen Diskussionen untereinander lassen sich die drei auf den Deal, der eigentlich ihren Berufsprinzipien entgegensteht, ein. An der genannten Adresse finden sie tatsächlich einen gelisteten Mafioso, der die ausgelobte Summe wert ist. Dummerweise jedoch weiß der zuviel von gewissen krummen Dingen weswegen ihn sein Boss gerne wiederhaben möchte - er bietet telefonisch noch während der Fahrt eine ganze Million Dollar für seinen Mitarbeiter. Was wird das Kopfgeldjäger-Trio nun unternehmen? Na klar, das Geld lockt. Aber die Übergabe geht diesmal schief...

Bail Enforcers, so der Original-Titel, ist ein eher lausiger Thriller, der sich in einigen Kampfszenen um Wrestling-Action bemüht, was angesichts der Hauptdarstellerin auch kein Wunder ist. Trish Stratus, eine kanadische Profi-Wrestlerin, deren Antlitz in unzähligen Schönheits-OPs gestaltet wurde, darf hier auch mal Film-Luft schnuppern, die ganze um sie herum platzierte Story ist eher Beiwerk um sie groß herauszubringen - siehe auch das Film-Cover - erstaunlicherweise hat sie weniger Screentime als man erwarten könnte. Die ihr beigestellten Kollegen, ein vorwitziger Junger sowie ein eher bedächtiger Älterer (die zusammen in ihrem BEA-Westen im Schnell-Imbiß hocken und eine Gefahr nicht einmal 10 Meilen gegen den Wind riechen, während ihr 1-Million-Dollar-Mafioso draußen im Van wartet) sind Abziehbilder, genauso wie der Mafia-Boss (mit seiner Kostenrechnung für italienische Schuhe) und sein Enforcer, der sich am Klo eine Kugel aus dem Arm holt und dabei einen geschwätzigen Penner erschießt.

Was man dem auf gutem Indie-Niveau produzierten Streifen zugute halten muß, ist, daß er sich selbst kaum ernst nimmt: Besonders der jüngere Kopfgeldjäger Chase (Darsteller Boomer Phillips ist Standup-Comedian) bringt am laufenden Band mehr oder weniger nur blöde Gags, sodaß die ganze Handlung ohnehin nur so dahinfließt und keinerlei Spannung erzeugt. Trotzdem können die erwartbaren dummen Sprüche und Einlagen einigermaßen unterhalten, wenngleich auch nicht auf sehr hohem Niveau (z.B. die Kampfszene mit der Asiatin auf der Herren-Toilette). Dafür daß das Ganze nicht in eine Komödie abgleitet sorgen dann immer wieder die vom Mafia-Boss entsandten Killer, die den "wertvollen" Zeugen in ihre Gewalt bringen wollen. Natürlich stellen sie sich dabei so blöd an, daß die noch viel unbeholfeneren Kopfgeldjäger fast jede der Situationen meistern können. Die schauspielerischen Leistungen des etwa halben Dutzend teilnehmender Darsteller sind unter jeder Kritik und lassen den Film streckenweise in Trash-Gefilde abstürzen, was besonders für die Cat-fights zwischen Stratus und der Asiatin gilt. Aber wer für die Publikums-Verarschung Wrestling ein Faible hat, wird auch hier auf seine Kosten kommen...

Nicht sonderlich gelungen muß die deutsche Synchro bezeichnet werden, die den Akteuren eher unpassende Stimmen zugeteilt hat (die Dialoge sind belanglos bis teilweise grenzdebil) und etwas enttäuscht mag man auch vom frivol gestalteten Cover sein, denn Trish Stratus aka Jules ist zwar nebenbei auch in einem Stripclub als Bedienung tätig, läßt aber keinen Zentimeter mehr Haut sehen als in irgendeiner Wrestling-Show, wie überhaupt der ganze Film auch in Hinsicht auf explizite Gewalt äußerst familienfreundlich abgedreht ist. In Summe ergibt sich also ein mäßig unterhaltsamer Streifen, der gar nicht erst hohe Ansprüche weckt, die er ohnehin nicht zu bieten hat. Für einen verregneten Nachmittag geeignet... 4 Punkte.

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