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Durch den finanziell überraschend ertragreichen Erfolg von Sex and Zen: Extreme Ecstasy ausgelöste Fortführung auf dem bis dato schleifenden bis ausgestorbenen Sektor der Sexfilmpossen, wobei hier allerdings weder die schon übertriebene Aufmerksamkeit, das Bohei im Marketing und damit auch lange nicht das hohe Einspiel zu kopieren war. Dabei ist die mit dem Alternativtitel The Fruit Is Ripe 33D ausgestattete neueste Version des auch in den Kinos und so offen in der Gesellschaft laufenden Liebesspieles der über weite Strecken einfallsreichere und zumindest zu Beginn auch weit angenehmere Film gegenüber der exzessiven Konkurrenz. Zudem wagt man sich, wenn auch nur in der Prämisse und einigen Details mit dem Einbezug von Science fiction auf ein Terrain, dass im HK Kino noch mehr Schattendasein fristete und kann sich sogar in manch amüsanten Mo lei tau Humoristika ergehen:

Aufgrund der fortgeschrittenen Sterilisation der Männer der Zukunft entsenden die Vereinten Nationen im Jahre 2046 die junge Future [ Macy Wu ] zurück in das Jahr 2011, um sich dort mit einem gesunden jungen Mann zu reproduzieren und so die Welt vor dem Aussterben retten zu können. Future, die mit den Gegebenheiten der Gegenwart absolut nicht vertraut ist, findet dabei in dem vielversprechenden Studenten Lawrence [ Chen Jyun-yan ] zwar schnell das geeignete Objekt der Begierde, ziert der sich in die Kommilitonin Jeana [ Akiho Yoshizawa ] Verliebte allerdings heftig gegenüber einem One Night Stand und nimmt die fesche Frau dafür als vermeintliche Cousine bei sich in seinem Sommerhaus auf. Sehr zur Freude seiner Mitbewohner [ Tsui Ho-cheung, Andrew Kwok und Justin Cheung ], die den weiblichen Reizen aufgrund ihres andauernden Scheiterns beim anderen Geschlecht um so mehr erlegen sind. Sehr zum Ärger von der direkt gegenüber wohnenden, nun eifersüchtigen Jeana und ihrer zahlenmäßig gleichstarken Wohnpartei [ Monna Lam, Chen Chih-ying und Lee Ko-chu ]. Future selber hat dafür überhaupt keine Zeit für die Missverständnisse zwischen Mann und Frau und den fortschreitenden Geschlechterkrieg, hat sie mit den sie verfolgenden Xucker No. 1 [ Taka Kato, der als "Goldfinger" selbsternannter squirting - Experte ist ] und Xucker No. 2 [ Hsueh Ya-wen ] doch zwei mächtige Feinde auf den Fersen. Bald muss sich auch der bald detective Hawk [ Law Kar-ying ] mit dem allgegenwärtigen Durcheinander um die Weltenrettung befassen.

Die Option mit den Aliens fungiert dabei natürlich nur als Gimmick, die in der Funktion und Konfrontation der Fremden in einer für sie zeitlich, geographisch und sozial ungewohnten und so auch unverständlichen Welt die entsprechenden fish out of water Bezüge im komödiantischen Sinne aktiviert. Des Weiteren ergibt die zeitliche Frist und die Bedrohung von außen der ansonsten sicherlich dünnen Begebenheit ihre dramaturgische Ära, wird die ansonsten weithin auf ein chasing girls Motto zurückgestufte Erzählung so mit einigen materiellen und formellen Meriten mehr und so der Wichtigkeit halber aufgestuft. Sowieso braucht sich die Produktion in seinem Aussehen samt dem gescheiten Einsatz von Spezialeffekten, der kräftigen Farbpartitur und dem allgemeinen Inszenierungsgehabe nicht in die hintersten Sitze des Bahnhofskinos zu verstecken, sondern kann sich durchaus (vollmundig und mit herausgestreckten Brüsten) als Sleaze mit liebevollem Trash und Charme, und das von vorne und auch von hinten präsentieren.

Zuzuschreiben ist dieser Verdienst zwischen direkter Exploitation von braungebrannter, glatter, hier auch mal angenehm natürlicher Haut, der damit automatisch verbundenen Schmuddeligkeit in der nunmehr ausgetrocknet prüden cineastischen Szenerie und der Aufheiterung im sommerlichen Einerlei dem Regisseur Cash Chin; der die Fahne von Geschmuse und Balgerei schon in den Namensvorgängern The Fruit is Ripe 3 (1999) und The Fruit Is Swelling (1997), basierend auf dem Erstling Crazy Love (1993) der offiziellen Reihe hochgehalten hat. Chin, der in der späten Blütezeit des anregenden Category III Terrains seine Wurzeln, aber auch die Fühler als Assistant Director und dem Planning bei weit "anspruchsvolleren" und mit Budget und Material nicht geizenden Großproduktionen ausgestreckt hat, setzt das Hauptaugenmerk auf eine angenehm alberne Adult Fantasy, der man trotz so mancher geschmacksloser Übertritte gerade seitens der Antagonisten (wie dem blutigen Herausreißen des Skrotums und späterer Vergewaltigungsfiktionen) nicht wirklich böse sein kann. Das Heranpirschen der Kumpelbrigade von Lawrence, der "three horny dogs" an so nahen und doch so weit entfernten Mädels gegenüber der Straßenseite wird mit Einfällen bezüglich Sketch und Pointe im Stephen Chow - Stil und dort auch spürbarer Kreativität und Lockerheit und im Gusto von Sommer, Sonne, Strand als burlesk-pubertäres Urlaubsflirt mit dem Bemühen um eine (körperliche) Ferienliebe bis hin zur bumsfidelen Massenorgie in voller Draufsicht absolviert.

In der Besetzung mit spielfreudigen Newcomern und beim Ausziehen allzeit bereiten, dem gemeinen Zuschauer dennoch unbekannten japanischen AV Stars involviert, wird das Geschehen auch schnell auf den eigentlichen Faktor des Nackedeigeschehens incl. Schnellschusserotik gebracht. So lassen die ersten Duschszenen und die Ein- und Ausblicke in Umkleidekabinen und andere Potentialitäten nicht lange auf sich warten, darf auch Jeder mal die Unterwäsche aus und die Brüste und Lenden blank, und so auf dem Schlachtfeld des Softcore in den Krieg und die Liebe der Geschlechter ziehen, ist das allerdings so wirklich erotisch und wohl auch im Sinne des Erfinders nicht.

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