Kaum ein Horrorklassiker wurde so häufig verfilmt wie der von Mary Shelley und doch vermögen manche Regisseure dem Stoff noch neue Ideen und Variationen hinzuzufügen, auch wenn sie, wie im vorliegenden Fall, meistens wenig Sinn ergeben.
Unter starkem Druck heiratet Victor Frankenstein seine Elizabeth, umgeben von einigen angeheuerten Söldnern. Doch kaum ist die Trauung vollzogen, da greift ein Monster die Menschen in der Kirche an, denn die Bestie sucht dringend eine Braut und lässt sich dabei von niemandem aufhalten…
Eigentlich beginnt die Erzählung einigermaßen atmosphärisch, als ein junger Mann nach langer Zeit mit seiner frisch angetrauten Französin in die verschneite Waldhütte des blinden Vaters und der Schwester zurückkehrt. Ein paar ominöse Geräusche, eine hinweisgebende Beobachterperspektive und dann schlägt das Monster zu.
Es erfolgt ein Break und wir werden niemals erfahren, was es mit der Vorgeschichte auf sich haben soll, denn darauf wird im Verlauf der eigentlichen Handlung nicht mehr eingegangen.
So manifestiert sich zusehends, dass die Figurenzeichnungen teilweise gar nicht vorhanden sind, die Mimen durch die Bank schwach performen und lediglich der Score versucht, mit seiner klassischen Instrumentierung an alte Hammer-Film-Zeiten anzuknüpfen.
Das niedrige Budget macht sich an allen Ecken und Enden bemerkbar, was bei der fast schon lächerlich wirkenden Maske des Monsters beginnt, sich über die magere Ausstattung einer leeren Kirche, einiger Gänge und nur weniger Requisiten erstreckt und seinen inszenatorischen Tiefpunkt in der Visualisierung biochemischer Prozesse findet, als ein Flashback veranschaulichen soll, wie der Unhold ins Leben gerufen wird.
Leidlich innovativ ist allenfalls die Idee, dass die Kreatur kannibalistische Züge annimmt und seine Opfer mit Vorliebe in den Hals beißt und es die Fähigkeit besitzt, abgetrennte Körperteile wie eine Hand per Gedankenkraft eigenständig walten zu lassen, was am Rande für einen leichten Trash-Einschlag sorgt, jedoch nicht wirklich erheitert.
Die kurzen Gewalteinlagen sind ebenfalls kaum der Rede wert, denn es finden sich gerade mal ein offener Bauch, eine Durchbohrung und angedeutete Fressszenen.
Das größte Problem des Streifens ist jedoch seine Eindimensionalität und das komplett fehlende Gespür für spannende Einlagen. Auch wenn teilweise versucht wird, gegen Finale das Tempo ein wenig anzuziehen, entsteht zu keiner Zeit ein Mitfiebern, da einem sämtliche Figuren komplett gleich sind und die Chose lediglich aus Verbarrikadieren, Weglaufen und Konflikten innerhalb der Gruppe Überlebender besteht, was in so einer faden Umsetzung einem ereignislosen Langweiler gleicht.
3 von 10