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Es gab damals reichlich Wirbel um den armen John Travolta, in Amerika einen erneuten Hit gelandet, in Deutschland und Europa reichlich angefeindet wegen der scientology-freundlichen Tendenzen, die „Phenomenon“ offensichtlich transportierte. In Deutschland funktionierte die Presse, das Publikum blieb fern.
Nur ist es fraglich, ob das aus den geschilderten Gründen geschehen ist oder weil diese rührselige Story um einen Jedermann, der plötzlich phantastische Fähigkeiten an sich entdeckt und zu Höchstleistungen befähigt ist, wenig hält, was es verspricht.

Es soll aber nicht verschwiegen werden, daß es grundsätzlich eine sehr sympathische Story ist, die hier vor unseren Augen abläuft: der Jedermann, der eines Tages von einem unirdischen Licht oder Blitz getroffen wird und deswegen plötzlich zu geistiger Hochform aufläuft. Plötzlich hat er die wildesten Theorien und kann sein geistiges Potential kaum noch im Zaum halten, macht reichlich nützliche Erfindungen, hilft seinen Freunden und verkuppelt sie, rettet Leben und bemüht sich um ein eigenes Glück.

Natürlich ist die Öffentlichkeit vor soviel individuellem Forschungsdrang mit Mißtrauen gepanzert, denn einer der alles kann, weil er die Möglichkeiten dazu nutzt, ist natürlich ein Gefahrenfaktor, da kann ja etwas nicht stimmen. Bis die Angebetete weich wird, sind so einige große Taten notwendig und die staatlichen Behörden wollen aus Sicherheitsgründen den tätigen jungen Mann auch lieber bremsen oder einkasteln.

Bis sich der Vorhang hebt und ein simples medizinisches Syndrom, sprich ein Gehirntumor für die Veränderungen verantwortlich gemacht werden können. Jetzt muß er sich entscheiden, ob er seine Restzeit für seine Freunde nutzen will oder der Wissenschaft als Hilfsmittel und Opfer dienen will.

Der Ausgang dieser träntreibenden Story ist da natürlich offensichtlich und wer nun der sektenähnlichen Kirche die Zuschauer nicht in Scharen zutreiben will, kann da natürlich offensichtliche Parallelen sehen. Andererseits kann der Stoff genausogut einem Scientologyjünger wie Travolta nur passend und trefflich vorgekommen sein, wer will das schon entscheiden.

Fakt ist, der Film hat so seine lustigen und emotionalen Momente, ist aber wenig tiefschürfend und schreitet bisweilen zu weit aus, um mehr zu sein als ein passables Melodram, das neben dem Willen zur Individualität auch noch verstärkt für das persönliche Glück eines jeden votiert.
Die Sekte ist mir damit als aufgeklärten Menschen kein bißchen sympathischer geworden und diese Schnulze kann bis zu einem bestimmten Grad funktionieren, aber einmal geschaut genügt sie allemal. (5/10)

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