Review

Der Film Dogville ist ein Meilenstein.
Kein Meilenstein des Hollywoodkinos, aber wer das erwartet hat, der kennt von Trier nicht..
Es ist eine Deklination von Gut und Böse, von Hilfsbereitschaft bis zur Ausnutzung.
Nicole Kidman spielt in diesem Film großartig. Schade nur, dass er in Amerika nicht gut angekommen ist. Was ja zu erwarten war, da von Trier der Welt, speziell Amerika einen Spiegel durch diesen Film vorhält.
Gedreht ist dieser Film wie ein Theaterstück. Daher ist er in mehrere Akte und einen Prolog unterteilt. Dogville wurde komplett in einer Fabrikhalle gedreht. Es gibt keine Gebäude, diese sind lediglich Kreidezeichnungen auf der Erde des Hallenboden.
Die Schauspieler (darunter viele namhafte!) schaffen es, gegen Ende des Filmes, eine gewisse Sympathie zu erwecken. Man fühlt auf seltsame Art und Weise mit ihnen mit.
Grace (Nicole Kidman) ist von Anfang an recht undurchsichtig. Sie flieht vor Gangstern und wird in Dogville aufgenommen. Als Gegenleistung für ihre Aufnahme verlangen die Bürger von Dogville Dienste, kleine Gefälligkeiten, Hausarbeit etc. Dieses gipfelt jedoch in der völligen Ausnutzung Graces' Person, die am Ende -damit Sie nicht flieht- an ein Wagenrad gefesselt wird.
Im letzten Akt bekommt Dogville dann erneut Besuch. Seinen letzten Besuch.

Ich muß sagen, dieser Film ist mehr als sehenswert. Er hat mich jede Sekunde in seinem Bann gehalten.
Wer hier jetzt großartige Effekte, witzige Sprüche oder sonst irgendwas "Popkorn-Kino-Mittelmäßiges" erwartet, der soll Dogville besser wieder ins Regal stellen und sich Beverly Hills Cop o.ä. ausleihen.
In Dogville gibt es tiefgreifende Dialoge. Scharfgezeichnete Charaktere und geniale Inszenierungen.
Brechtsches Theater wurde ins Kino transferiert.
Mit Erfolg.

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