Gute italienische Horrorfilme sind heutzutage spärlich gesät. Besonders die blutigen Gore-Effekte, für die das Land einst bekannt gewesen war, werden in den heutigen filmischen Machenschaften des Landes vermisst. Umso neugieriger war der geneigte Splatterfan, als die Jungfirma "Necrostorm" ihren Debütfilm ablieferte, welcher überwiegend gute Resonanz einbrachte. Es schien, als sei Italien zu seinen blutigen Wurzeln zurückgekehrt. Doch kann mich dieser kleine Independentfilm überzeugen, oder ist er bloß ein weiterer Schundfilm, der in die unterste Schublade des Gedächtnisses verbannt gehört?
Die Handlung ist schnell gesagt: In einer tristen Welt der Zukunft(?) stecken die Polizei und Gangster unter einer Decke. Dies ist dem mörderischen Regime von Denny Richards zu verdanken, welcher sein durch einen Unfall entstelltes Gesicht unter einer Maske versteckt. Emily, die junge Freundin von dem Antihelden Adam, kann ihre Schulden an ihm nicht zurück bezahlen. Somit sieht sich Mr. Richards gezwungen, sie beim lebendigen Leibe anzuzünden. Da Adam dies nicht so gerne sieht, lässt er sich auf einen Pakt mit einem Dämon ein, welcher wie ein kahler Goblin aussieht. Der Dämon verleiht ihm übernatürliche Kräfte und bekommt im Gegenzug dafür seine Seele. Und so metzelt sich Adam durch die Armee von Danny um seine Rache zu bekommen.
Rachestorys sind schon ziemlich totgenudelt heutzutage. Wenn man eine altbekannte Handlung als Grundstein des Filmes benutzt, kommt es auch die Inszenierung des Filmes an. Dialoge sind rar und hinterlassen keinen bleibenden Eindruck. Lediglich der Dämon kann ein paar Sprüche rausreißen. Darstellertechnisch können lediglich Emanuele und Christian Riva, welche die Hauptfiguren mimen, überzeugen. Auch Monica Munoz, der einen mit einem Hackebeil bewaffneten, als Clown geschminkten Mörder spielt, kann teilweise überzeugen. Der Rest des Cast bleibt blass. Kameratechnisch kann sich der Streifen blicken lassen. Ein Blaufilter lässt dem Film einen speziellen Touch verleihen. Die Kulisse ist trist und grau, vergleichbar mit dem Actionfilm Hobo with a Shotgun. Der Soundtrack variiert von leisen Hintergrundgeräuschen zu einem knalligen Bass, wenn Adam den Polizeichef mit einer Trittsalve in eine blutige Masse verwandelt. Doch kommen wir zum Hauptaugenmerk des Filmes: die Splattereffekte. Diese sind gekonnt umgesetzt und bestehen zu einem Teil aus echtem Kunstblut und Computereffekten, welche schnell als eben solche zu entlarven sind. In der deutschen Fassung wurden allerdings sämtliche Gewaltszenen rausgeschnitten, sodass die Schnittfassung sogar ab 16 freigegeben wurde. Um den Film in seiner vollen Pracht auf deutsch genießen zu können, muss man auf die österreichische DVD von Dragon zurückgreifen.