Noch so ein flott-reaktionärer Spät-Bronsoner, der diesmal gegen Prostitution, sexuelle Verirrungen und Geilheit auf Minderjährige zu Felde zieht. Eigentlich ja nicht schlimm, aber hier gehen natürlich persönliche Vorlieben wie üblich eine Einheit mit den Geschehnissen ein.
Weil Charles zur Produktionszeit aber deutlich im Rentenalter war, teilt sich das Geschehen in verschiedene Stränge, beleuchtet Bronsons Arbeit und seine übertriebene Besorgnis in punkto eigener Tochter, die Aktivitäten eine japanischen Geschäftsmannes, der gerne mal im Bus unter Röcken rumfingert (und im Filmverlauf auch an Karlchens Töchterlein rumspielt) und die Tätigkeiten des Zuhälters Duke, der gerne Schulmädchen für Prostitutionszwecke abgreift und dabei das Mädel des Japaners wählt.
Bis es zur Zusammenführung der Erzählstränge kommt, ist der halbe Film schon vorbeigeplätschert und die Story um die perversen Japaner tatsächlich die Interessanteste. Bronson äußert im Zuge des Arbeitssumpfs mal wieder Selbstjustiztendenzen, läßt Duke seine Uhr essen und fackelt seinen Nobelhobel ab und darf die bösen, überall in den USA einfallenden Asiaten, mal so richtig rassistisch die Kante geben. Leider hebt der Deckel nicht rechtzeitig vom Topf noch ab, sondern die Story schlägt andere Gerechtigkeitshaken, um das komplette Happy End zu vermeiden, läßt Perversität Perversität sein und vergräbt seine Zähne in ein Standardhappyend, in dem Bronson Dukie-Boy plattmachen darf.
Das hat leider nicht mal gutes TV-Niveau, sondern dampft schön ruhig vor sich hin, ohne das Potential der Story auch nur anzukratzen. Hoffentlich haben sich die Japaner schön darüber aufgeregt, sie hätten allen Grund dazu, auch wenn man in Tokyo tatsächlich gebrauchte Unterwäsche im Automaten ziehen kann. Hauptsache, wir haben hier ein Feindbild gefunden. (4/10)