Review

Ralph Waldo Emerson: "Begehe ein Verbrechen und die Erde wird zu Glas."

Abgesehen von der im allgemeinen oft und diese Zeit besonders steten penetranten Präsenz von Rauchwaren, Kaffee, Cola und Alkohol die mir Missfallen, wohl aber auch einen Zeitgeist wiederspiegeln ( jedoch in diesem Werk noch extra ordentlich productplacement-technisch vergütet worden sind) ist dieser Streifen eine wahre Offenbarung. Mag "Die Spur des Fremden" ein eher nicht so im Focus stehendes Werk von "Orson Welles" sein, so ist es doch auf jeden Fall mehr als einen Blick wert, spiegelt es doch ein spezilles Merkmal unsere Realität auf eindringliche Weise wieder, dessen letzte Konsequenz wohl noch von den wenigsten als wirklich wahrhaftig (an)erkannt werden wird und als schwelgerische gutgläubige Hoffnung abgetan. Während viele unserer Mitmenschen berechtigter Weise Argwohn vor dem Phantom des undemokratischen Big Brother hegen, lebt die Geschichte "Die Spur des Fremden" von der unausweichlichen Offenbarung jedweder begangenen böswilligen Tat, durch die Annahme ein immanentes universelles Geistes der unserer Existenz innewohnt. Nun Charakterisiert dieser Film nicht nur bravourös und en Detail das Täterprofil eines extremen und gewieften Bösewichtes, sondern stellt ihm gleichberechtigt ein zuvorderst ahnungslose Mittäterin, in Form seiner neu angebändelten Ehefrau, als quasi Mitstudienobjekt zur Seite. Die Geschichte beschreibt dabei ein ausgeklügeltes psychologisches Tauziehen, an dessen Ende sich das Gute unausweichlich seinen Weg bahnt und sich schlussendlich eine Schlinge um den Kopf des Bösen zieht, wohin auch immer dieses fliehen mag. Dieses Psychologische Meisterspiel ist in bemerkenswerte Dialoge eingebettet und glänzt bei dem Ganzen auch den ein und anderen markanten Symbolismus.
Ganz großes Kino und zu Recht Oscar nominiert.

Der Part der unwissentlichen Mittäterschaft möchte ich an dieser Stelle nochmal hervorheben, beschreibt dieser doch eindringlich den Kampf zweier Seelen um die Vorherrschaft des Guten zugeneigten Willens in einer Person. So finde ich zurück zum Anfangs bekrittelten allgegenwärtigen Normalismus des Alltagsdrogenkonsumes, der noch bis in die heutige Zeit nicht ausreichend reflektiert ist und dessen größeres Summenspiel im Entscheidungsprozess unseres freien Willens auch noch nicht schlussendlich analysiert wurde. Meine Annahme: Auf dem Weg der Banalisierung von Kaffee, Alkohol, Zigaretten und Co. blieb schon manch ein guter Geist, ungewollt doch leichtfertig in Kauf nehmend, ein Spielball der subtilen Mächte der Verschleierung in unserer Welt und unbedarft ein Komplize, anstatt befreit von Mittäterschaft und klaren Gedankens den Weg aus dem Haus derer die sich Irren aktiv mitzugestalten und das volle jedem inneliegenden Potential zu nutzen. Lasst euer gutes Gewissen nicht unterwandern!

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