Review

kurz angerissen*

Sicher eines der unfokussierteren Frühwerke Welles, der sich vom Nebel der noch frischen Ereignisse um WWII inhaltlich ebenso einlullen lässt wie stilistisch von der damals vorherrschenden Noir-Optik, die den Regisseur zu manch ausgeprägter Gegenlichtaufnahme und Silhouettenzeichnung führt. Seinen Wert gewann „Die Spur des Fremden“ erst später als Zeitdokument: Es hat durchaus seinen Reiz, zu betrachten, wie die Auswirkungen des Zweiten Weltkriegs in einem recht schematischen Kleinstadtthriller verarbeitet werden, der sich mit einem (um nicht von „reißerisch“ zu sprechen) dramatischen Kirchturmfinale gar in die Niederungen spannungssteigernder Symbolik begibt. Als hochklassig besetzter, wenngleich substanziell streitbarer Kriminalfilm lässt sich das trotz manch überflüssigem Plotstrang durchaus genießen. Etwaige Positionsbezüge gegenüber dem deutschen Volk oder sonstige politische Statements hingegen bleiben verborgen hinter Genre-Mechanismen, kuriosen Kleinstadtbewohnern wie –Besuchern und fintenreichen Dialogen, die falsche Fährten legen.

*weitere Informationen: siehe Profil

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