„Das war kein Monster, - das war ein Vampir!“
Wer der Logik eines Kindergartenkindes folgt, ist mit augenscheinlicher Sicherheit nicht imstande, eine Erzählung ohne Komplikationen vorzutragen, was auf den Amateurfilmer John Vincent in nahezu allen Belangen zutrifft. Klar, man kann mal ins Gegenlicht filmen oder bei einer Verfolgung mit der Kamera leicht verreißen, aber dann filmt man das neu und reiht es nicht wie beim Hobbybaukasten für Idioten einfach sinnfrei aneinander.
Irgendwo in Michigan hat das Übel seinen Lauf genommen, denn ein Großteil der Menschheit ist dahingerafft, nur Satanisten, Vampire und deren Renfields und ein paar Zivilisten sind übrig. Als Shelly die Internetbekanntschaft Michael in einer Bar trifft, ahnt sie noch nicht, dass es sich bei ihm um einen Vampirfürsten handelt. Als ihr während der Flucht Feuerwehrmann Erik zu Hilfe eilt, muss man sich rasch in einem Haus verbarrikadieren. Doch es bleibt nicht viel Zeit, denn die apokalyptischen Reiter nahen…
Was Autor, Kameramann, Komponist und Regisseur John Vincent da fabriziert hat, dürfte ihm bis heute nicht bewusst geworden sein, sonst hätte er sein mieses Machwerk nie der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Bereits die ersten Bilder lassen Übles vermuten, was sich im Verlauf noch intensiviert: Eine undurchdachte Story ohne Hand und Fuß, gebettet in handwerklichen Dilettantismus, angereichert mit talentfreien Laiendarstellern, begleitet von einigen experimentellen Soundkollagen und umgeben von einer gegen Null tendierenden Dramaturgie.
Ereignislos plätschert das Geschehen im austauschbaren Keller des Hauses vor sich hin, mal kommt ein weiblicher Vampir hinzu und verschwindet einfach wieder, Michael kann zwar Passanten vierzig Meter weit durch die Luft schleudern, folgt aber den uralten Vampirgesetzen, nur per Einladung in ein Haus einzudringen und nun kauern die drei, vier nicht näher charakterisierten Figuren auf dem Boden und werfen bescheuerte Dialoge in den kargen Raum.
Schön ist zwar noch der Einfall, einen Vampir mit Zählen von verschütteten Pfefferkörnern in Schach zu halten und auch ein, zwei Hintergrundlandschaften sehen fast schon endzeitmäßig aus, doch folgerichtig kommt zu keiner Zeit Spannung auf, denn sobald auch nur ein Hauch Bewegung im Spiel ist, sind Kopfschmerzen durch die zappelnde Kamera und dem wahllosen Einsatz des Zooms vorprogrammiert. Natürlich wird auch keine Identifikationsfigur geboten, denn der Priester, der am Rande interessiert in seinem Kämmerlein ein paar Seiten blättert, ergibt genauso wenig Sinn wie der bewaffnete Rebell, der völlig ohne Hintergrund für die letzten fünf Minuten ins Geschehen geworfen wird.
Zusammenhänge, Pointe, ordentliche Gewalteinlagen, - alles Fehlanzeige. Das Make-up ist genauso albern wie die verzerrten Stimmen der Vampire und wer bei dem amateurhaften Treiben einen tieferen Sinn erwartet, muss bereits einen Kasten Bier (Minimum) intus haben.
Am Ende ist der Mond entzwei, die Kontraste sind fast völlig raus, - man wundert sich, dass der Player nicht einfach die DVD zerbeißt…
1,5 von 10