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"Murder Obsession", Riccardo Fredas letztem Film, merkt man leider in vielen Momenten an, dass er wahrscheinlich so um die hundert Mark gekostet hat. Vor allem die Sorgfältigkeit der Inszenierung läßt zu wünschen übrig - wahrscheinlich wurde es aus Kostengründen bei den meisten Szenen gleich beim ersten Take belassen (so sieht man dann z.B. den schönen aber blutigen Bauch von Laura Gemsers Leiche unbekümmert auf und ab atmen). Das tut dem geneigten Fan zwar nicht weh, aber ein paar Punktabzüge gibt es gegenüber dem acht Jahre vorher entstandenen (und sicher auch nur für hundert Mark gedrehten) "Tragic Ceremony" dann doch: da kam die ähnlich geartete Thematik noch wesentlich stilvoller rüber.
Ansonsten weiß aber auch "Murder Obsession" zu gefallen: Ein Protagonist, der basierend auf einem Kindheitstrauma glaubt, er habe den Drang zu töten, besucht mit seiner Freundin und ein paar Kumpels das finster Anwesen seiner leicht inzestuösen Mutter. Dazu gesellt sich noch ein extrem verdächtiger Butler - und sogleich kann das Morden losgehen. Ein paar Mystery-Anleihen sorgen für Verwirrnis und Surrealität. Einwandfrei. Splatter gibt es auch (Axt, Motorsäge), sieht aber aus wie in der Vorschule gebastelt.
Wie gesagt, ich für meinen Teil ziehe die Tragische Zeremonie von `72 diesem Werk vor, aber lege es dennoch mit 6,5 von 10 Punkten jedem interessierten Eurohorror-Fan wärmstens ans Herz.

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