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"Bodybags" erzählt drei Kurzgeschichten um Leben und Tod. Nicht umsonst erinnert das etwas an die Cryptkeeperfilme, nur dass John Carpenter hier, quasi als tot geschminkter Geschichtenerzähler, seine makaberen Einleitungen in einer Pathologie vorträgt. Anhand von Leichen in eben jenen schwarzen Leichensäcken der Polizei bekommt der Zuschauer den Übergang vom Leben zum Tod verbraten. Die erste Geschichte "The Gas Station" handelt von Anne (Alex Datcher), die ihre erste Nachtschicht an einer Tankstelle mit viel Mühe übersteht. Die verunsicherte Frau sieht sich flugs in einem Slasher wieder, wobei die Wendung dorthin nach dem eher auf Mysterythriller deutenden Anfang etwas überraschen kann. In weiteren Rollen sind z.B. Wes Craven und Sam Raimi zu bewundern. Die zweite Geschichte "Hair" handelt von Richard (Stacy Keach), dessen größtes Problem sein Haarausfall ist. Nachdem er alles versucht, um sein Selbstbewußtsein auf dem Kopf wiederherzustellen, unterzieht er sich der Kur eines neuen Spezialisten. Tatsächlich wacht er schon am nächsten Morgen mit einer langen Matte auf, doch die Haare hat er nicht einer patentierten Mixtur zu verdanken, sondern sie wachsen so schnell, wie, nun ja, sagen wir mal kleine Lebewesen. Die Auflösung kann vom Ekelfaktor her überzeugen, wenngleich die SFX, wie auch die ganze Kurzgeschichte, nicht ganz humorlos gestaltet sind. Richards Frau wird von Sheena Easton gegeben und als Krankenschwester gibt es Deborah Harry, mal gar nicht blond, zu bewundern. Die dritte Geschichte "The Eye" handelt von einem Baseballspieler, der bei einem Autounfall ein Auge verliert. Ein Chirurg verschafft ihm die Chance auf freie Sicht, indem er ihm das Auge eines Toten einpflanzt. Zunächst ist die Freude groß, doch schon bald hat der Genesende Visionen von ermordeten Frauen. Doch damit nicht genug, scheint sich auch sein Wesen zu verändern, und nicht gerade zum Positiven. Hier führte Tobe Hooper Regie und glänzt mit schockenden Details und wenigen deftigen Bluteinlagen. In Nebenrollen: Twiggy und Roger Corman. Allein was John Carpenter an Darstellern für eine illustre Gesellschaft auffährt, ist schon erstaunlich. Während die Tankstellenepisode Atmosphäre und Spannung besitzt und die abschließende Story des Mörderauges Hoopers Qualitäten für unvermitteltes Psychoterrorkino unter Beweis stellt, ist die zweite Story in ihrer schwarzhumorigen Art etwas harmloser geraten, was an die "Tales From The Crypt"-Reihe erinnert. Im Vergleich dazu sind hier mehr blutige Szenen zu verzeichnen, auch und gerade was die Überleitungen in der Pathologie angeht. Unterm Strich haben sich einige Größen des Horrorgenres zusammengefunden und ein unterhaltsames, kurzweiliges Werk geschaffen, das unter der Fuchtel von Meister John Carpenter mit guter Storyführung und gelungenen Effekten glänzen kann. Nicht der ganz große Wurf, für Genrefans allerdings auf jeden Fall eine Empfehlung wert.

Fazit: Gelungene Unterhaltung mit erstaunlicher Besetzung in klasse umgesetzten Horrorshorts. Makaberer Humor vorausgesetzt. 7/10 Punkten

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