Wer immernoch glaubt, das deutsche Exploitation-Kino der Siebziger bestünde eigentlich nur aus bayerisch-depperten Lederhos´n Komödien oder unzähligen Schulmädchen-Episoden, der muss schon ein Weilchen in den cineastischen Niederungen wühlen. Doch noch langer Suche kommen immer wieder so kleine Perlen wie eben "Blutiger Freitag" zu Tage.
Regisseur Rolf Olsen, Fabrikant unzähliger nichtssagender Unterhaltsungs-Schinken und einiger Mondos (u.a. "Shocking Asia") erzählt die Story um eine Bande von Gelegenheitsverbrechern, die den großen Bruch machen wollen. Natürlich endet das Unterfangen im Desaster... Eigentlich geht es im dem Film weniger um das "Was", sondern mehr um das "Wie", wie die ganze Geschichte von statten geht. So kann man "Blutiger Freitag" durchaus als ein Zeitzeugnis auf die Bundesrepublik im Jahre 1972 verstehen, in den der Schrecken der RAF mit Überfällen, Geiselnahmen, Ringfahndung etc. um sich griff.
Primär ist das Werk von Rolf Olsen jedoch ein kleiner schmutziger B-Reißer, der sich die italienischen Polizeifilme aus dem selben Jahrzehnt zum Vorbild nahm. Für einen deutschen Streifen überaus straff und schnörkellos inszeniert - und Gott sei Dank ohne den zotigen Humor oder die pseudo-tiefgreifenden Seelen-Wehwehchen der Protagonisten, was man leider allzu häufig in vielen anderen teutonischen Produktionen antrifft. Auch der Spannungsgrad des Film geht in Ordnung, wenngleich die Storylinie (eher simple Geiseln- und Entführer-Geschichte) wenig originell ist. Dafür gibt Hauptdarsteller Raimond Harmsdorf eine absolut coole Sau ab. Mit fuchsroten Haaren und einer an einer bestimmten Stelle gut ausgebeulten Lederhose ist er unbestritten der Star von "Blutiger Freitag".
Fazit: Kein Überfilm, aber besser als 98 Prozent dessen, was sich in den Siebzigern sonst so als "deutsches Exploitationkino" schimpfte. Starke 7 von 10 Punkten.