Ein richtig schlechter Bergfilm…02.12.2008
Und wieder einmal erster…was aber hier nicht unbedingt einen Preis darstellt, denn den Film hat wohl aus Selbstschutz noch kein Review-Kollege unter die Lupe genommen. Kaum zu glauben, für wie dumm uns amerikanische Filmemacher verkaufen wollen, obwohl, der Film wurde ja zunächst für das amerikanische Publikum gedreht, und das läßt auf dessen Intelligenz und Weltkenntnis keine erfreulichen Rückschlüsse zu. Angeblich spielt der Film im Himalaya, doch außer ein paar Szenen, die offensichtlich aus einem anderen Dokumentarfilm entnommen wurden, ist hier vom Himalaya nichts zu sehen. Vielmehr dürfte das ohnehin grausige Machwerk in den Appalachen entstanden sein, denn die Vegetation läßt derartige Rückschlüsse zu. Wie man in den Bergen einen Schauplatz für einen anderen eintauscht, hat uns Renny Harlin mit „Cliffhanger“ ohne Beanstandung gezeigt, doch offensichtlich wollte der Regisseur nur ein billiges Fernsehfilmchen drehen.
Man merkt förmlich, wo die Werbepausen einsetzen, denn abrupt springt die Handlung alle 15 Minuten an einen anderen Ort. Das ist an sich auch egal, denn man will Lawinen sehen, Schneestürme, den Kampf des Menschen mit der Naturgewalt. Statt dessen sehen wir zwar Lawinen, die aber an einem ganz anderen Ort abgehen, und wenn die Hauptfiguren doch an den Rand einer solchen Lawine geraten, bläst auf der Leinwand von links einfach ein bißchen Kunstschnee herein. Ach ja, eine Handlung gibt es auch noch…zum vierzigsten Geburtstag fahren Amy und Joe in den Himalaya, um dort eine Trekkingtour zu unternehmen. Doch der Führer hat keinen Plan, und so muß man sich alleine durchschlagen. Dabei aber begehen alle Filmfiguren Fehler, die selbst der Laie so nicht begehen würde…und zum guten Schluß sehen wir Amy, Joe und ihre ganze Familie beim Truthahnessen, und für dieses erbärmlich umgesetzten Teil werden weitere zehn Minuten Lebenszeit verschwendet.
Ach, es ist wirklich ein Ärgernis…die Figuren verhalten sich den ganzen Film hindurch dumm, statt den Lawinen ins Tal zu entkommen, steigt man dauernd bergan, man friert, kümmert sich aber nicht um das aufgelassene Lager eines anderen Trecks, Lampen zündet man an, aber man denkt nicht daran, ein Feuer zu machen, statt einer Gruppe zu folgen, die auf Rufe nicht reagiert, steigt Amy heldenhaft irgendwohin…und ist dennoch schnell in dem kleinen Städtchen, wo die Tour gestartet ist. Mehr? Also gut…trotz halb erfrorener Füße geht man in einem Fluß bergabwärts, erst nach zwei Tagen merkt man, daß man noch etwas zu essen dabeihat, ein Verschütteter gräbt sich selbst aus und erreicht nach kurzer Zeit die restliche Gruppe. Und bitte nicht vergessen: von den eisigen Weiten und schneebedeckten Gegenden des Himalaya sehen wir nichts. Wir sehen indes noch viele Familienszenen, sehen auch die drei wartenden Kinder daheim, und zum Schluß wissen wir, daß Gebete geholfen haben, auch der verstorbene Vater hat den Weg gewiesen…Nein, das ist alles nichts, schlechte Darsteller, schlechte Effekte, schlechte Handlung und dazu noch dreist - 2/10.