Review

Öl penetriert

„Stark Fear“ wird vielerorts als gehobener Grindhousegeheimtipp gefeiert und erzählt von einem Ehemann, der seine Frau scheinbar hasst und schlägt, der scheinbar allgemein ein heftiges Problem mit Frauen zu haben scheint. Und nun will er seiner erniedrigten, verstörten und gepeinigten Gattin endgültig ein Ende bereiten… 

Häusliche (Ur-)Gewalt

Ungeniert angelehnt an Hitchcock, mit einem ungewöhnlichen Setting (zwischen den Ölfeldern Oklahomas) und ausdrucksstarker Bildsprache sowie bildschönen Menschen, die allerdings innerlich arg am schimmeln sind… „Stark Fear“ ist ein bisschen die Drive-In-Version von „Marriage Story“ oder „Szenen einer Ehe“. Nur sehr viel gewaltsamer, abgründiger und noirischer. I like that! Die Gewalt geschieht unaufhaltsam und eruptiv, der Film ist entschuldigungslos und alternativlos auf Seiten der Frauen, die Laufzeit hält sich nicht mit Nebensächlichkeiten auf. Und so treffen hardboiled Feminismus und Ehehorror auf ein verstörendes Psychogramm von Mann wie Frau. Und ebenso einer Gesellschaftsaufnahme ohne Gnade. Ein echter kleiner Fiesling, der zum Punkt kommt und dahin geht, wo es ungemütlich, ungesund und unsittlich wird. Dahin wo's weh tut. Beschönigt Testosteron und das Dunkle im Manne null. Und vielleicht hat ihm das damals die letzte Lobby gekostet und das Genick gebrochen. Vielleicht war er seiner Zeit auch etwas voraus. Und einfach zu brutal, zu ehrlich, zu ungeschönt. Anti-Hollywood. Kein Wunder, dass der Regisseur nie mehr einen anderen Film gemacht hat. Oder machen durfte… 

Wenn Leidenschaft Leiden schafft 

Fazit: Psychologisches B-Movie-Ehedrama zwischen Noir und Horror, häuslicher Gewalt und ehelichem Alptraum… Mit einem starken Hang zu und Dank an Hitchcocks „Psycho“. Aber eigenständig und eindringlich genug. 

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