„Internal Affairs – Trau’ ihm, er ist ein Cop“ erweist sich als Duell der Schauspieler Andy Garcia und Richard Gere.
Der Anfang gehört dem bösen Kontrahenten: Dennis Peck (Richard Gere). Der Cop erweist sich als Fadenzieher innerhalb der Polizei, ist bei seinen Kollegen beliebt und nimmt es mit dem Gesetz nicht so genau. So vertuscht er, dass ein Kollege einen Unbewaffneten erschossen hat und drückt der Leiche ein Messer in die Hand – woraufhin der Kollege in Pecks Schuld steht.
Sein Gegenspieler ist Raymond Avilla (Andy Garcia) von der Internen. Er ist stets gut gekleidet, genießt bei den Kollegen aufgrund seines Jobs den Ruf eines Schnüfflers und taktiert beinahe ebenso wie berechnend wie Peck. Obwohl Peck noch nicht offiziell „zum Bösen erklärt wurde“, so sind die beiden sowohl aufgrund ihrer Unterschiede als auch aufgrund ihrer Gemeinsamkeiten als Gegenspieler erkennbar. Als Avilla seinen alten Kumpel Van Stretch (William Baldwin), inzwischen Pecks Partner, wiedertrifft, diskreditiert dieser ihn simpel dadurch, indem er Avillas Job nennt.
Die Interrogation von Van Stretch fördert nach und nach einige Hinweise zu Tage, die Avilla zu Dennis Peck führen. Doch diesem nachzuspüren ist schwer, denn Peck ist nicht nur ein gewiefter Taktiker, sondern auch seine besondere Stellung innerhalb der Polizisten macht ihn nahezu unangreifbar. Doch Avilla heftet sich an Pecks Fersen...
Mike Figgis’ „Internal Affairs“ bezieht seinen Reiz nicht aus oberflächlicher Action (auch wenn es eine gut inszenierte Actionszene bei der Verhaftung des Fahrers gibt), sondern aus dem Duell zweier besonderer Charaktere. Denn innerlich vergleicht man die beiden Kontrahenten, was auch durch bestimmte Szenen und Aussprüche (z.B. „Er hätte genau das Gleiche getan“) gefördert.
Auch die private Seite von Peck und Avilla während des Konflikts wird beleuchtet. Avilla steigert sich immer mehr in seinen Job hinein, was seine Frau bald ärgerlich macht. Peck kann sein Familienleben hingegen oberflächlich in Ordnung halten und der Womanizer (im Film viermal verheiratet und unzählige Affären) versucht auch bald über Avillas Frau seinem Gegner zuzusetzen. Dies gibt dem Film eine etwas weitere Dimension.
Auch die Handlung ist recht gut erdacht und spannend, aber hier muss Kritik geübt werden. Hätte Figgis etwas mehr Tempo in den Film gelegt, so wäre „Internal Affairs“ mehr als ein „nur guter“ Thriller. Denn wenn das Duell wirklich in Fahrt kommt, hätte man das Privatleben der Cops etwas weiter in den Hintergrund stellen sollen als am Anfang. Trotz dieses Mangels ist der Plot nicht ohne Spannung, auch wenn kein Nervenkitzel auftritt.
Andy Garcia erbringt eine tolle Leistung als Ermittler mit Italo-Wurzeln und beim Streit mit seiner Filmfrau darf er schön seine Mafia-Attitüde aus „Der Pate 3“ rauskehren und wunderbar unter italienischen Flüchen ausrasten. Gere ist ebenfalls klasse und überraschend böse. Seine Darstellung spielt zudem mit seinem Image als Schönling und lässt keine Wünsche offen. In einer Nebenrolle ist auch Laurie Metcalf aus „Scream 2“ zu sehen.
„Internal Affairs“ ist ein spannender Thriller mit zwei großartigen Gegenspielern in den Hauptrollen, der nur etwas mehr Tempo vertragen könnte.