Review

Großes Theater, großes Kino

„Shanghai Blues“ erzählt liebevoll, lustig und vor allem fulminant von den Irrungen und Wirrungen mehrerer Figuren im kriegsgebeutelten Shanghai zwischen Dreiecksbeziehungen, Clowns, Obdachlosen, Theatralik und großen Gefühlen…

Melancholie trifft hyperaktive Masterclass

Tempo, Witz, Romantik, Tanz, Kampf… Was 'ne Show! Tsui Harks „Shanghai Blues“ lässt aber mal so gar nichts anbrennen und feuert aus allen Rohren. Ich denke fast, dass das Hong Kong-unerfahrenere Gucker maßlos überfordern dürfte. Viele Figuren, Zeitsprünge, Stunts, sich ähnelnde Gesichter, tonales Tohuwabohu. Aber wenn man einmal drin ist oder genauer weiß, was für ein rasantes Rennen einen hier erwartet, dann gehört das mit zur Creme de la Creme. Mit weniger Fights und Martial Arts als andere vergleichbare Hits (z.B. „Peking Opera Blues“). Aber mit maximaler Kinetik nichtsdestotrotz. Innerer wie Äußerer. Ein Rausch. Ein Fest für die Sinne. Kino pur. Und die neue 4K-Restauration lässt das alles in einem Glanz erstrahlen, der Seinesgleichen sucht. Eyecandy Deluxe! Das hat Charme, das hat Raffinesse, das hat eine unvergleichliche Quirligkeit. Klar, es überschlägt sich auch mal oder verliert den Fokus. Aber das gehört zum Konzept dazu. Das ist genau meine Art von „RomCom“ und konnte nur im Hong Kong dieser Ära dermaßen furchtlos aufblühen. Mit nichts zu vergleichen. Einfach sagenhaft! 

Fazit: Chinakäse done damn right! Ein vollwertiges Hong Kong-Chaos-Superlativ! 

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