Ein typischer Held ist Arthur Dent nun beim besten Willen nicht, auch wenn wir ihm zum ersten Mal sehen wie er heldenhaft vor einem Bulldozer liegt um die Zerstörung seines Anwesens zu verhindern versucht. Ohne Spoilern zu wollen, es gelingt ihm nicht, ebenso wenig wie es der Menschheit wenige Minuten später gelingt die Erde vor der vogonischen Bauflotte zu retten. Gut das man außerirdische Freunde hat, denn Arthur wird von seinem Kumpel Ford Prefect gerettet, nach einigen Zwischenfällen landen sie schließlich auf der Heart of Gold dem merkwürdigsten Raumschiff des Universums, frisch geklaut vom zweiköpfigem Universalgenie Zaphod Beeblebrox und seiner Begleiterin Trillian, nicht zu vergessen Marvin den depressiven, paranoiden Androiden.
Die in Eigenproduktion der BBC entstandene sechsteilige Serie umfasst den Umfang der ursprünglichen, legendären und gleichnamigen Radioshow, geschrieben von Douglas Adams, was den ersten Beiden Bänden der Buchtrilogie aus Fünf entspricht. Wir begleiten also Arthur von seinem verkaterten Start in die Apokalypse bis zu den Anfängen der menschlichen Zivilisation, besser gesagt bis zum ersten Scrabblespiel der Geschichte. Leider waren die zur Verfügung stehenden Mittel sehr begrenzt, daher wurden auch weite Teile vom Restaurant am Ende des Universums weggelassen. Die Serie Konzentriert sich auf Arthurs Geschichte und die Suche nach der ultimativen Frage nach dem Leben dem Universum und einfach Allem. Leider fallen dadurch die Schicksale von Zaphod, Trillian und Marvin völlig flach, selbst wenn man die Vorlage nicht kennt, merkt man sehr deutlich, dass hier viel fehlen muss, da drei Hauptpersonen einfach aus der Geschichte verschwinden. Dies hätte man trotz des finanziellen Defizits besser lösen müssen.
Die Serie klammert sich regelrecht, an das Hörspiel und die Bücher, das merkt man. Klar Nörgler können jetzt damit kommen, dass die Dramaturgie nicht dem Medium entspricht, da sie nicht darauf angepasst wurde. Doch dies ist das Beste was dem Projekt passieren konnte, denn sein wir mal ehrlich, Ausstattung und Effekte bewegen sich noch ein ganzes Stück unter dem Niveau der zwanzig Jahre älteren ersten Star Trek Serie. Im Prinzip ist diese Serie nicht mehr als eine Visualisierung eines Hörspiels, die Dialoge, welche den Transfer überstanden haben wurden eins zu eins übernommen, gut so, warum sollte man an dem perfekten Wortwitz auch rumdoktoren wenn man nicht die Mittel hat ihn durch eigene neue Ideen aufzuwerten. Zwischendurch gibt es immer hübsch gestaltete Auszüge aus dem Anhalter zu bestaunen, so erfährt man was der Babelfisch ist, an wen man am besten die Großmutter eines Vogonen verfüttert um ihn zu ärgern oder, dass man das beste Klangerlebnis bei einem Disaster-Area Konzert erreicht, indem man es sich in einem Atombunker ca. 30 Meilen vor der Lautsprecherwand, welche aus dem Orbit eines entfernten Planeten angespielt wird, verschanzt. Wie gesagt der Humor ist zeitlos genial und ebenso intelligent wie unverwechselbar. Entweder man lässt sich darauf ein, oder man wird recht schnell merken, dass man im falschen Film ist, denn das statische Schauspiel erinnert ehr an ein Theaterstück als an eine Si-Fiction Serie. Die Darsteller geben sich aber reichlich Mühe, mit großem Erfolg wohlgemerkt, die Gags und Feinheiten rüberzubringen, auch das Buch selbst, im Original gesprochen von Peter Jones, der es auch schon das Hörspiel umsetzte, steht dem in nichts nach. Prinzipiell kann man sich die Serie auch nur Anhören ohne die Bilder zu betrachten, man bekommt dennoch die komplette Story mit.
Jetzt wird es aber etwas kompliziert was die Wertung des ganzen angeht. Eine Visualisierung eines Hörspiels, ist Das eine gute TV-Miniserie? Augenscheinlich nicht, da sie sich nicht darüber im Klaren zu sein scheint, in welchem Medium sie sich gerade befindet. Aber ich liebe Douglas Adams Werk und somit auch jede einzelne Szene des hier gezeigten. Man sollte die Serie von vornherein als Hörspiel betrachten, zu dem man quasi gratis noch ein paar Bilder als Visualisierungshilfe dazubekommt, dann kann man auch als Neueinsteiger Spaß an diesem kultigem Stück Fernsehen haben. Ansonsten rate ich zum Gang ins nächste Buchgeschäft oder äquivalent zum Klick auf amazon um sich die volle Per Anhalter durch die Galaxis Packung in Buchform zu geben.
Fazit: Trotz oder gerade wegen des, aus heutiger Sicht, billigem Produktionsstandards ist die BBC Serie zu Douglas Adams Per Anhalter durch die Galaxis absolute gelungen. Zwischen Pappkulissen und Spielzeugraumschiffen sind im Kern der geniale Dialogwitz und die schwindelerregende Story des Originals erhalten geblieben. Für Fans Pflicht, egal ob in der Originalfassung oder der wirklich gelungenen deutschen Synchro, Neueinsteiger sollten aber besser zu den Büchern oder dem Hörspiel greifen und erst danach die Serie konsumieren, auch wenn diese dann keine neuen Elemente enthält. Aber egal, ich find es jedenfalls toll.