Handlung:
Der Kunstmaler Johan Borg zieht sich aufgrund einer persönlichen Krise, die er durchlebt, mit seiner schwangeren Frau Alma auf eine kleine Insel zurück, um zu sich selbst zu finden und das Gefühl, verfolgt zu werden, zu überwinden.
Doch auf der Insel verfolgen Borgs Dämonen ihn weiter. Auch Alma, die sein Tagebuch findet, wird sich dessen immer mehr bewusst, während er immer weiter dem Wahn verfällt.
Meinung:
Ingmar Bergmann, der ja vor allem für seine Filmdramen bekannt ist, versucht sich hier, nachdem er auch schon Komödien gedreht hat, an einem Horrorfilm.
Und wie auch bei seinen Komödien trägt das Ganze Bergmanns ganz eigene Handschrift. "Die Stunde des Wolfes" hat da sehr viel vom modernen Art House Horror oder eher: der moderne Art House Horror greift viel von Bergmanns Film auf.
Surreale Elemente, ein charakter- und stimmungsgetriebener Horror, handwerkliche Subtilitäten... Bergmann konnte das schon vor einem Aster oder Eggers.
Klasse inszeniert, großartig gespielt, äusserst stimmungsvoll bleibt "Die Stunde des Wolfes" aber auch ein recht sperriger Film, in dem, wie so oft, viel Persönliches von Bergmann steckt, der sich natürlich auch mit dem Thema Beziehung, männlichen Selbstzweifeln, Liebe und Opferbereitschaft auseinandersetzt.
Das macht den Film natürlich nicht so einfach goutierbar und lässt den Horror gegebenenfalls für viele zum reinen Drama verpuffen. Trotzdem ein toller Film.
Kurzum:
Horror ala Bergmann - anspruchsvoll, stimmungsvoll, sperrig, aber großartig gemacht.