Review

kurz angerissen*

erstmals veröffentlicht: 18.06.2014

Weit abgeschieden vom Festland erzählt Ingmar Bergman im dritten Teil seiner Insel-Trilogie nach „Die Stunde des Wolfs“ und „Schande“ von einer Lebensgemeinschaft zwischen zwei Menschen, die, obwohl sie sich zur Bitterkeit hin entwickelt, eigentlich schon von Beginn an kühl und fast argwöhnisch dargestellt wird. Im Mittelpunkt stehen Menschen, die mit der Einsamkeit stärker verbunden sind als miteinander und diese Erkenntnis auf die harte Tour lernen müssen. Beileibe allerdings ist „Passion“ kein Film, der vollkommen auf die Hauptfiguren konzentriert bliebe wie später etwa „Szenen einer Ehe“; tatsächlich nimmt das Umfeld, das vom unsichtbaren Bösen in Form eines Tierschänders heimgesucht wird und Rachsucht bei der Inselbevölkerung auslöst, einen enormen Einfluss auf die Personenentwicklung. Szenen wie jene, in denen die getöteten Schafe in eine Grube geworfen werden, sind von höchstem Symbolwert geprägt. Mittendrin bricht Bergman den Filmrahmen brutal auf, indem er Liv Ullman, Max von Sydow, Bibi Andersson und Erland Josephson über ihre eigenen Rollen in kurzen Interviews als Schauspieler reflektieren lässt – ein filmtheoretischer Meta-Akt, der die Distanz zur Handlung noch weiter erhöht.

*weitere Informationen: siehe Profil

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