Ein Chinese reist in die USA, um dort zu arbeiten und Geld zu verdienen. Sein Ziel: Als Cowboy in Texas zu arbeiten. Doch er stößt vor allem auf Rassisten und Streitsuchende, doch mit seiner Kampfkunst, für die Einheimischen eine Kunst, kann er sich jeder Herausforderung stellen. Doch bald schon funkt er dem reichen Spencer dazwischen, der Mexikaner wie Vieh verkauft. Dieser heuert mehrere Killer an, um den Chinesen loszuwerden.
Der späte Italowestern trieb mitunter doch ganz schön seltsame Blüten. Hier bei Kaktus Jack, oder auch wahlweise Shanghai Joe, läßt man Eastern und Western aufeinanderprallen, verpaßt dem Chinesen (der übrigens von einem Japaner gespielt wurde) ein Jojo mit einer Eisenkugel am Ende und fertig ist der Mann mit der Kugelpeitsche.
Die Story ist dabei wieder reichlich banal. Ein rechtschaffender Asiate kommt 1882 nach Texas, möchte dort das Cowboyhandwerk ausüben und wird nach allen Regeln der Kunst mit Rassismus und Ablehnung überschüttet. Könnte direkt ein Lehrfilm aus der Bibliothek des KKK sein, aber unser Held (das Cover nennt ihn liebevoll auch nur "der Gelbe") beherrscht seine Handkanten, sein lächerliches Kugelpeitschenjojo und macht alle platt.
Trotz allerdargebotenen Ernsthaftigkeit und gelegentlichen Ausflügen in gorige Gefilde, wirkte der Film auf mich aber doch eher wie eine Parodie aufs Genre, ob gewollt oder nicht. Dazu sind einerseits die angeheuerten Killer viel zu klischeehaft peinlich (natürlich ist Kinski da wieder mit vertreten), aber auch die Actionszenen sind weit jenseits physikalischer Normparameter, wenn einer auf dem Boden liegt, von dort mit drei Salti auf den Rücken seines Pferdes springt, kann das nun wirklich nicht ernst gemeint sein.
Ich hatt aber sogar eine gesunde Portion Spaß mit dem Streifen, der auch ein Vorläufer der Fernsehserie Kung Fu mit David Carradine sein könnte. Der Film liefert genügend Blödsinn, um als Zuschauer zumindest trashigen Spaß zu haben. Ernst nehmen kann man die Nummer sowieso nicht, dazu trägt Chen Lee auch einen viel zu dümmlichen Gesichtsausdruck und eine launige Naivität spazieren. Weiß Gott kein guter Film, man kann nicht mit ihm, aber locker über ihn lachen. Ich fands gut.
6/10