Die Hollywood-Verfilmung des Romans 'Verblendung' kann mit den ersten beiden Teilen der schwedischen 'Millennium-Verfilmung' mithalten, ganz heran kommt die Verfilmung leider dennoch nicht. Sie bewegt sich aber trotzdem auf sehr hohem Niveau.
Im Vordergrund steht die wahrscheinlich zur Genüge bekannte Geschichte des Journalisten Mikael Blomkvist, der ein altes Familiengeheimnis aufklären soll. Zuerst widerwillig, dann aber mit immer größerem Eifer kommt er - zusammen mit Lisbeth Salander, einer begnadeten Hackerin - nicht nur einem sondern einer ganzen Reihe schrecklicher Verbrechen auf die Spur.
Der Journalist Mikael Blomkvist wird von Daniel Craig sehr facettenreich und damit wirklich hervorragend gespielt. Er kommt auch an den 'Original-Blomkvist' (gespielt von Michael Nykvist) heran; besser ist sein Spiel aber nicht. Dafür aber anders, was den Film durchaus interessant macht. Das Ergebnis ist ja sowieso schon bekannt.
Lisbeth Salander wird von Rooney Mara gespielt. Diese wurde für ihre Darstellung sehr gelobt. Ich für meinen Teil fand Noomi Rapace um Klassen besser und Rooney Mara nicht wirklich toll. Ich will hier aber nicht von 'Fehlbesetzung' sprechen, da Noomi Rapace die Messlatte wirklich ganz ganz hoch gelegt hatte.
Ansonsten habe ich mich noch über den Auftritt von Christopher Plummer als Henrik Vanger gefreut. Schon lange konnte ich ihn nicht mehr auf der Leinwand erleben. Stellan Skarsgard spielt die Rolle des Martin Vanger gewohnt souverän und mit einer ungeheuren Ausstrahlung.
Wer Action-Szenen sucht wird diese hier nicht bzw. kaum finden. 'Verblendung' ist ein Film, der durch seine stringente Story und die damit hervorragende Story überzeugt. Lassen Sie sich ein auf Mikael Blomkvist und sie werden die nächsten 2 1/2 Stunden sicherlich genießen.
Durch die Länge verliert der Film gegenüber den beiden ersten Teilen der 'Millennium-Verfilmung' etwas an Fahrt. Das macht sich aber nur an wenigen Stellen des Films bemerkbar, die irgendwie nicht zum Film zu passen scheinen.
7/10