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Fast jede populäre Animationsreihe bringt zwischendurch ein Special, - aus der Reihe von „Shrek“ ist dies der perfekte Kurzfilm zu Halloween, der es sogar fertig bringt, innerhalb eines Kurzfilms mehrere Episoden zu präsentieren.

Es ist also Halloween und Shrek wird daheim von seinen Freunden überrascht, welche ihm eine Wette anbieten: Wer es am Ende schafft, nach mehreren Gruselerzählungen als letzter im Raum zu bleiben gewinnt. Doch da haben die Jungs die Rechnung ohne den pfiffigen Oger gemacht…

Wer Shrek seit 2001 lieb gewonnen hat, lässt ohnehin keinen cineastischen Schnipsel aus, doch hier werden nicht nur Animationsfilmfreunde sondern auch Horrorfans angesprochen.
Shrek lotst Esel, den gestiefelten Kater, die drei Schweinchen, Pinocchio, Wolf und Pfefferkuchenmann zum verwunschenen Schloss, wo Letztgenannter mit seiner Erzählung beginnt, welche doch arg an Frankensteins Braut erinnert und ein Szenario präsentiert, dass besonders zum Ende reichlich düster und kaum für die jüngeren Betrachter geeignet daherkommt.

Noch deutlicher werden die Anspielungen auf bekannte Düsterfilme, als Esel und Kater sich während der Erzählung in „Boots Motel“ die narrative Position streitig machen wollen, denn diverse Szenen unter der Dusche erinnern überdeutlich an eine der populärsten Mordszenen der Filmgeschichte.
Gesteigert wird dieses Zitieren letztlich durch die Episode „Shreksorcist“, als Shrek einen Job als Babysitter antritt, bei dem der Zögling offenbar unter dem Einfluss einer fremden Macht steht, den Kopf verdreht, einen Brechanfall bekommt und auch mal unter der Decke krabbelt.

Die Macher haben die Vorbilder perfekt studiert, die Straße mitsamt den Laternen könnte direkt aus „Exorzist“ stammen, während der bekannte Score aus „Psycho“ ebenso zum Einsatz kommt.
Hinzu gesellen skurrile Momente, einige Situationskomik, selbstironische Einlagen und das alles verpackt in perfekter Animation mit viel Liebe zum Detail.

Zwanzig Minuten (ohne Abspann) bieten an dieser Stelle erstklassige Unterhaltung, ein paar spooky Szenen und ein goldiges Ende, welches dann schon eher familientauglich ist, als einige Momente während der Gruselerzählungen.
Hier wird erzählerische Rasanz von Anfang bis Ende geboten, so dass es sich direkt anbietet, den Kurzfilm ein weiteres Mal zu sichten, um weitere Details auszumachen.
Turbulent, witzig, durchweg atmosphärisch und in hohem Maße unterhaltsam, - perfekt zur Einstimmung für eine lange Halloween- Nacht.
9 von 10

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