Review

Benjamin Mee wohnt mit seinen beiden Kindern Rosie und Dylan Mee in der Stadt. Die Mutter der beiden ist vor einiger Zeit verstorben, und er versucht seine Kinder allein großzuziehen. Das Problem ist, dass Ecken in seiner Umgebung ihn an seine verstorbene Frau Katherine Mee und er will nur einen Ort finden, an dem er nicht ständig an sie erinnert wird. Das Café an der Ecke, die Bäckerei, der Einkaufsmarkt und natürlich seine Kinder erinnern ihn täglich an sein Schicksal und er will versuchen aus diesen Gedanken auszubrechen.

Auf der Suche nach einem Haus scheint er es etwas außerhalb der Stadt gefunden zu haben: freistehend, ruhige Wohngegend mit entsprechendem Land. Doch es gibt einen großen Hacken: Das Haus gehört zu seinem Zoo und der Vorbesitzer hat verfügt, dass die Tiere und auch die Belegschaft mit übernommen werden muss. Doch Benjamin hat überhaupt keine Erfahrungen, was Zoos angeht, wie auch die Mitarbeiter vor Ort feststellen müssen, allen voran Kelly Foster, die Cheftierpflegerin merkt schnell, dass Benjamin gar nicht weiß, was er tut. Und doch will er das Wagnis eingehen, um eine Erettung für sich und seine Familie zu suchen.

Wertung:

"Wir kaufen einen Zoo" habe ich durch Zufall im Fernsehen gesehen und angelassen, und ich bin froh, dass ich diesen Film abgestellt habe, denn es ist ein sensibler Film über Trauerbewältigung, Verarbeitung und wie ein Mann versucht dem Ganzen zu entkommen, denn Benjamin Mee trauert und um zu vergessen möchte er gerne wo anders hinziehen. Auch seinen Kindern will er etwas bieten können, obwohl gerade Dylan wenig begeister scheint, als er von dem Zoo hört. Benjamin merkt aber recht schnell, dass er damit seiner Situation nicht entfliehen kann. Die Trauer wird nicht besser sondern gleichbleibend oder sogar schlimmer, denn die Erinnerung an Katherine verblasst nicht, denn allein durch seine Kinder wird er jeden Tag an sie erinnert und das ist in Ordnung so.

Es gibt gar nicht viel, was man textlich zum Film sagen kann, denn es ist eher das Gefühl, welches transportiert wird. Denn das Gesamtbild um diesen Zoo herum, der letzten Endes ein großes Abenteuer für Benjamin ist, dient sehr wahrscheinlich nur als Mittel um die Möglichkeit des Vergessens herbeizuführen. Die Arbeit für das Überstehen der Inspektion, damit der Zoo am wieder eröffnet werden kann oder muss sogar muss, lenkt Benjamin zwar ab, jedoch beseitigt dies nicht sein Problem. Um die Kosten aber tragen zu können muss er letzten Endes aber die Arbeit, die ihm bis zum Beginn unbekannt ist, aufnehmen. Denn Tiere und auch Mitarbeiter kosten. Sehr gut in den Kontext der Trauerbewältigung fügt sich die Episode des Tigers ein, denn auch dieser ist sterbend und da merkt man, dass Benjamin mit sich kämpft. Er kann den Tiger nicht gehen lassen, obwohl dieser schwer krank ist und eigentlich von seinem Leiden erlöst gehört. Man merkt praktisch, auch wenn es nicht explizit erwähnt wird, dass ihn das Erlebte an seine Katherine erinnert, wobei wir im gesamten Film nicht erfahren, woran sie gestorben ist.

Herzerwärmend ist in erster Linie seine Tochter Rosie, die immer wieder durch das normal kindliche Verhalten die Stimmung sehr auflockert und dem gesamten Film eine Wärme gibt. Die zwar mit enthaltene Liebesgeschichte zwischen Benjamin und Kelly ist eher weniger im Vordergrund, und das kann man gut oder schlecht finden. Für Matt Damon, den man in erster Linie als Jason Bourne kennt, ist es eine eher ungewöhnliche Rolle, die am ehesten noch mit "Good Will Hunting" vergleichbar ist. Als Familienvater passt er einigermaßen, allerdings bekommt man dieses Bourne-Image nicht ganz weg, so dass ein gewisser Unterton in Richtung Action und Thriller bleibt. Die zweite Hauptperson mit Scarlett Johansson als Kelly kommt nicht ganz so zur Geltung. Es hätte mehr ein Augenmerk auf die Beziehung zwischen Benjamin und Kelly eingegangen werden können, womit automatisch auch schauspielerisch mehr möglich gewesen wäre.

Die anderen Charaktere sind weniger von Belang, lediglich die beiden Mee-Kinder als auch der Inspektor bekommen etwas mehr Raum. Selbst die Belegschaft des Zoos ist mit Ausnahme von Kelly eher untergeordneter Natur.

"Wir kaufen einen Zoo" ist aus meiner Sicht ein Film, den man nicht zwischendurch ansehen kann, sondern der eine konzentrierte Aufmerksamkeit benötigt und auch nur für denjenigen geeignet ist,, der sich von seinen Gefühlen her für die Thematik öffnen kann. Als Wertung 08/10 Punkte.

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