Netter Einstand, so würde man gerne über den Erstling des Briten Luke Massey resümieren, doch trotz des überschaubaren Budgets hat er es sich mit seiner düsteren Variante von "Täglich grüßt das Murmeltier" ein wenig zu einfach gemacht.
Soldat A.J. (Joseph Morgan) erwacht in einem ihm fremden Haus, zieht seine Uniform an und setzt sich an den gedeckten Frühstückstisch, bis eine zombieähnliche Kreatur in den Raum stürmt, welche A.J. im Kampf bezwingen kann. Doch kaum scheint der Alptraum vorüber, beginnt er am darauf folgenden Morgen aufs Neue...
Natürlich kommen dem einigermaßen geübten Filmfreund gleich mehrere Gedanken in den Sinn: Wer präpariert ein undurchdringbares Haus und mit welchem Ziel? Warum ausgerechnet A.J. ? Ist vielleicht alles nur ein Alptraum oder befindet sich der Mann in einer undankbaren Zwischenwelt? Macht es überhaupt Sinn gegen die Kreatur zu kämpfen, wenn einen selbst der Freitod nicht erlösen kann und warum sieht man nicht, wer das stets selbe Frühstück platziert?
Die meisten dieser Fragen werden allenfalls in Ansätzen beantwortet, da sich die Hauptfigur zwar weiterentwickelt und im Verlauf der Geschichte rund zwei Jahre in dem Haus verbringt, doch es erschließt sich nicht, warum er sich ab einem bestimmten Zeitpunkt mit seinem traurigen Schicksal zufrieden gibt, anstatt nach Lösungsmöglichkeiten zu suchen, zumal er ein Tagebuch eines Leidensgenossen findet, welcher gar 30 Jahre in dem Haus verbringen musste.
Immerhin sind einige psychische Entwicklungsstufen nachvollziehbar ausgefallen, da A.J. irgendwann Rollenspiele veranstaltet, sich ein Schlagzeug bastelt und dem Angreifer immer ein Stück sorgloser gegenüber tritt. Doch auch wenn Hauptdarsteller Joseph Morgan die Rolle halbwegs glaubhaft ausfüllen kann, so gerät das Treiben binnen kurzer Zeit recht eindimensional, oftmals sogar ein wenig stagnierend, da die Angelegenheit letztlich nur darauf hinauslaufen kann, ob A.J. das Haus irgendwann verlassen wird oder nicht.
Mit der wenigen Action hätte sich Massey allerdings deutlich mehr Mühe machen können, da die wenigen Kämpfe komplett unspektakulär ausfallen, sehr wenig Blut fließt (und wenn, dann nur öliges in Dunkelgrün), die spartanischen Räumlichkeiten wenig hergeben und auch der ruhige Score, hauptsächlich Piano und Streicher nicht allzu viel Abwechslung verschafft.
Natürlich verstärkt all dies den Eindruck der völligen Isolation, doch dafür ist die Hauptfigur nicht interessant und charismatisch genug, um so etwas über die Runden zu bringen.
Da hilft letztlich das Ende auch nicht mehr viel, zumal es viel Raum für Interpretationen lässt und somit einige Fragezeichen im Raum stehen bleiben. Eine überraschende Wendung kann man ab einem bestimmten Zeitpunkt ohnedies nicht erwarten und insofern bleibt das Gesamtwerk reichlich unpointiert und witzlos.
Unterm Strich also eine passable Grundidee, deren Potential nicht sonderlich kreativ, geschweige denn mit irgendwelchem Augenzwinkern umgesetzt wurde: Fade, eindimensional und nichts für eingefleischte Horrorfreunde.
3,5 von 10