Dass sich im Untergrund tödliche Bestien tummeln können, wissen wir natürlich nicht erst seit „Creep“, spätestens aber seit „The Descent“. Beide Streifen standen hier augenscheinlich Pate und selbst der Kiemenmann aus „Schrecken vom Amazonas“ diente zumindest den Maskenbildnern als vages Vorbild.
Der Marine Matt und Freundin Mira stoßen auf einer Rave zu ihren alten Freunden und legen sich zum Ende des Abends mit einer Gang an. Bei der Flucht landet man in einem ehemaligen Militärbunker und muss schon bald feststellen, dass hier noch etwas anderes zu hausen scheint…
Meistens schadet es dem Spannungsbogen, die Kreaturen vorzeitig ins rechte Licht zu rücken, doch in diesem Fall macht die Exposition mit einer Spezialeinheit im Bunker durchaus Lust auf mehr. Nach dem viel zu ausgiebigen Tanzen, Trinken und Kiffen folgt die durchaus spannende Auseinandersetzung mit den Rowdys, doch danach offenbart sich einmal mehr, dass ehemalige toughe Soldaten ihren Kommando-Ton nur schwer ablegen können, während hübsche Frauen eher dazu neigen, bei leisesten Geräuschen in Panik zu verfallen.
Die Figurenzeichnungen könnten demnach kaum eindimensionaler ausfallen.
Glücklicherweise lassen die Trogs, wie sie später genannt werden, nicht lange auf sich warten und so reduzieren die flinken Biester die Gruppe innerhalb kurzer Zeit.
Leider ist die Ausleuchtung der ohnehin schon düsteren Kulissen oftmals unzureichend, - da ist man bereits froh über den Generator, der eine Weile für halbwegs angemessene Beleuchtung sorgt.
Allerdings kaschiert das trübe Licht auch einige nicht so gelungene Effekte, denn während das Make-up der Kreaturen prinzipiell recht sauber ausgefallen ist und auch phasenweise bedrohlich wirkt, sehen einige Aktionen der genmanipulierten Viecher eher plump getrickst aus, besonders bei akrobatischen Einlagen.
Demgegenüber punkten die wenigen Splattereffekte, wie ein zerfetztes Gesicht, ein abgetrennter Unterkörper, eine Enthauptung und entfernte Augäpfel.
Was dem Treiben, trotz aller Vorhersehbarkeit und mangelnder Spitzfindigkeiten zugute kommt, ist das latent hohe Tempo, welches gegen Ende mit passabler Action angereichert wird, denn die Bestien entpuppen sich mal wieder als militärisches Experiment, bei dem der irre Wissenschaftler natürlich nicht weit ist.
So kommt es zu einigen bewaffneten und unbewaffneten Fights, dazwischen werden Leute aus dem Bild gezogen und im Off weiterverarbeitet, Verletzte wollen zurückgelassen werden mit dem obligatorisch dazugehörigen „Ohne mich habt ihr vielleicht eine Chance“ und am Ende versucht man die Plagegeister mit Feuer zu bekämpfen.
Teilweise vermag die klaustrophobische Atmosphäre zu punkten und auch der sauber abgestimmte Score geht in Ordnung. Darstellerisch sind keine Totalausfälle zu vermelden, jedoch auch niemand mit einer herausragenden Performance, da die oberflächlichen Charakterzeichnungen ein deutliches Manko der Geschichte darstellen.
Somit ist, trotz des flüssigen Erzähltempos, zu selten ein Mitfiebern gegeben und auch spannende Einlagen summieren sich erst zum Finale. Der halbwegs fiese Abschluss kann noch einen positiven Akzent setzen, doch insgesamt ergibt sich aufgrund mangelnder Abwechslung und ausbleibender Überraschungen nur ein Streifen, dessen Unterhaltungswert gerade so leicht überdurchschnittlich ausfällt.
5,5 von 10