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Der anstehende Weltuntergang wurde nun schon einige Male verschoben, - Millennium fand statt, der Maya-Kalender hat die Schaltjahre übersehen und auch das titelgebende Datum ist bereits überstanden. Aber die Typen von Asylum scheren sich bekanntlich nicht um Genauigkeiten, sondern werfen lieber erstmal einige bekannte Vertreter des Subgenres „Antichrist“ in einer Topf und schauen was dabei herauskommt.

Jack und Melissa Vales sind just mit ihrem zehnjährigen Sohn Nat umgezogen, als das muntere Sterben in der Nachbarschaft einsetzt. Neben dem neuen Kindermädchen entwickeln auch einige Nachbarn ein merkwürdiges Interesse an Nat, der in wenigen Tagen, am 11.11.11 elf Jahre alt wird…

„Das Omen“, „Rosemaries Baby“, ein Hauch „Friedhof der Kuscheltiere“ und ein Gebräu aus den üblichen Spukhausfilmchen werden hier munter in die Waagschale des völlig unausgegorenen Drehbuchs geworfen, bis am Ende niemand mehr mitbekommt, wer aus welchem Antrieb heraus handelte.
Dabei entfaltet sich der Einstieg mit einem kollektiven Suizid durchaus atmosphärisch und auch das Paar wird während des Umzuges sympathisch, wenn auch oberflächlich eingeführt.
Nur Nat scheint reichlich einen Hau zu haben, was untermauert, dass Schulunterricht im Elternhaus für manche Kinder augenscheinlich ungeeignet ist, denn der Bengel spricht kaum ein Wort und scheint nicht zu sozialen Kontakten fähig zu sein („Er ist noch ein wenig schüchtern“).

Es folgen die üblichen düsteren Vorzeichen und es dauert nicht lange, bis die erste Randfigur das Zeitliche segnet. Hinzu kommen sich wiederholende Elemente wie eine Krallenspur an der Wand, ein Wespenschwarm im Garten, eine schrullige Alte mit warnenden Vorzeichen und überfreundliche Nachbarn, die etwas im Schilde zu führen scheinen.
Hier und da geht mal ein Fenster zu Bruch, ein Hausmeister kommt und geht und nebenher entwickelt Nat mithilfe des neuen Kindermädchens eine leicht sadistische Ader, was den ansonsten so überfürsorglichen Eltern allerdings völlig zu entgehen scheint.

Anbei rückt man die Zahl Elf mithilfe einiger Fakten des 11/9 in ein böses Licht und streicht die Rolle der Mutter fast komplett aus dem Drehbuch, denn die scheint aufgrund einer Risikoschwangerschaft kaum mehr ansprechbar zu sein.
So häufen sich mit der Zeit eklatante Handlungs- und Logiklöcher, wobei die Szenerie gegen Ende fast schon einen unfreiwillig komischen Charakter entwickelt, der Sinn des Ganzen ad absurdum geführt wird und selbst der tapfere Familienvater mehr als einmal eine komplett irrationale Entscheidung trifft.
Nicht, dass der Showdown Elemente wie Suspense und erhöhtes Tempo außer Acht ließe, doch aufgrund der zahlreichen Widersprüche nimmt man die Handlung zum Schluss kaum mehr ernst.

So ergibt sich einer jener uninspirierten Vertreter, die mit einem Abwasch so manchem populären Vorbild nacheifern, am Ende jedoch nichts Eigenständiges oder gar Gehaltvolles auf die Beine stellen, da das Drehbuch an den entscheidenden Stellen reichlich versagt.
Ordentlich gespielt ist die Chose zwar und auch handwerklich sind, bis auf nur wenige CGI kaum Abstriche zu machen, doch die weitgehend vorhersehbare Geschichte und die vielen logischen Brüche führen letztlich zu einem wenig überzeugendem Gesamtergebnis.
3,5 von 10

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