Die Story ist vielversprechend und vor allem nicht schon hundert Mal erzählt. Die Darstellerriege (DeNiro, Sigourney Weaver, Cillian Murphy) erlesen. Und mit Rodrigo Cortés hat's einen Regisseur, hier auch Drehbuchautor, der bei "Buried" bewiesen hat, dass er's kann.
Und dann das. Das Übliche. Mit einem echten Kackschluss.
Gut, ich bin ohnehin nicht so der riesen Thrillerfan, weil sie mich meistens einfach nicht thrillen. Was daran liegt, dass ein langatmiger Spannungsaufbau in der Regel nur dazu dient, am Ende dann endlich, endlich, die scheiß Katze aus dem kack Sack zu lassen.
Das geschieht dann bei diesem Subgenre, dem Drama-Thriller (im Gegensatz zum Action-Thriller) meistens entweder durch eine Information, die dem Zuschauer 85 Minuten lang vorenthalten wurde, wonach ich mich immer betrogen fühle, oder durch einen Storytwist.
Bei "Red Lights" ist Zweiteres der Fall. Leider ist der Twist mal wieder bescheuert, ohne Sinn und dient nur einem Zweck, zu twisten nämlich.
Inhaltlich passt das nich vorne und nich hinten.
Die Darsteller liefern bis dahin aber ziemlich gute Leistungen ab, vor allem dieNiere, Weaver, und nur soweit es das Drehbuch zulässt, auch Murphy. Dessen Charakter muss allerdings zusehends Emotionen zeigen, die nicht wirklich nachvollziehbar sind, die behauptet, aber nicht belegt werden.
Na ja, wie das dann so ist: Der Star Cast und die schöne Fotografie halten einen bei der Stange und man will ja auch wissen, wer's war, beziehungsweise in diesem Fall: was geht. Und wenn man's dann erfährt, ist lange Fresse.
Das Leben ist aber zu kurz für lange Fresse und so gebe ich eingedenk aller positiven Aspekte gerade noch fünf Punkte, aber ich kann euch sagen, die Vier juckt mir mächtig in den Fingern. Aber mächtig.