Nicht erst seit 1981 gibt es Diskussionen um Waffenbesitzrechte in den USA. Und natürlich darüber, in welchen Situationen überhaupt Feuerwaffen eingesetzt werden dürfen. Der TV-Thriller von Regisseur Ivan Nagy positioniert sich diesbezüglich zwar nicht eindeutig, wägt jedoch Vor - und Nachteile mit einigen Tendenzen ab.
Eine typische Vorstadt: Hier kam es in letzter Zeit vermehrt zu Einbrüchen und auch Emily ist beunruhigt, - schließlich ist sie mit ihrer Tochter allein, sobald ihr Mann, von Beruf Pilot, für einige Tage unterwegs ist. Nach einigem Zögern entschließt sie sich zum Kauf einer Schusswaffe und als sie tatsächlich von zwei Maskierten überfallen wird, erschießt sie einen der beiden. Daraufhin gerät sie selbst ins Visier der Justiz…
Immerhin lernt man anbei noch etwas über die Handhabung von Waffen, da Emily mit einigen anderen Damen einen Kurs bei einem drahtigen Marine belegt. Jene Parts driften ein wenig ins Lächerliche ab und lassen die Teilnehmerinnen in diesem Kontext reichlich dumm aussehen. Doch schließlich zeigt der Lehrgang Wirkung, wie man im Verlauf erleben wird.
Beim Part Home Invasion wird es hingegen unangenehm. Obwohl es zu keiner Vergewaltigung kommt und auch bei einem Delikt zuvor keine nackte Haut gezeigt wird, entpuppen sich diverse Demütigungen und Erniedrigungen als recht garstig. Trotz des Klischees der Einbrecher (einer gibt den Ton an, der andere ist der schüchterne Mitläufer) entwickeln diese ein unberechenbares Verhalten, woraufhin jener Teil der Erzählung durchaus spannend abläuft, nicht zuletzt aufgrund recht intensiver Performances.
Dazwischen tummeln sich allerdings auch Szenen, die nicht wirklich in Gang kommen wollen oder gar solche, die rein gar nichts zur Handlung beitragen wie ein Besuch bei der Nachbarin oder der Vortrag eines Polizisten über Sicherheitsvorkehrungen. Deutlich interessanter gestaltet sich das letzte Drittel, als Emily ihre Unschuld auf eigene Faust beweisen muss und dabei zu massiver Recherche übergeht. Das Finale gerät zwar eher konventionell und über weite Teile erahnbar, jedoch offenbart es einen weitgehend glaubhaften Wandel der Hauptfigur.
Letztlich geht es auch um die Rechte potenzieller Opfer und gar nicht mal so sehr darum, inwieweit der Einsatz einer Schusswaffe während eines Überfalls legitim ist. In Sachen Gesellschaftskritik geht der Stoff zwar nicht allzu sehr in die Tiefe, doch neben einigen spannenden Momenten sorgt er mit manchen Aspekten zusätzlich für kleine Denkanstöße.
6,5 von 10