Ein fröhliches "Wuff Wuff" zusammen! Gestatten, mein Name ist Max und ich bin ein ziemlich großer und schwerer Hund. Mein Beruf? Ich bin ein Laborhund, den ein bekloppter Wissenschaftler gezüchtet hat, indem er die DNS verschiedener Tiere mit der von meiner Mutti gekreuzt hat. Und da darin natürlich eine große Anzahl von gefährlichen Instinkten versammelt ist bin ich brandgefährlich - Knurrrrrr. Deshalb werden diese Instinkte vom Doc durch ein Beruhigungsmittel kaltgestellt. Eines schönen Abends, nachdem ich gerade eine dusselige Laborhelferin zerfetzt hatte und man deshalb meine Beruhigungsdosis aufgefrischt hatte, bricht doch tatsächlich eine doofe Fernsehreporterin mit ihrer Kamerafrau in das Labor ein um zu filmen, was der Doc mit all den Tieren anstellt. Als sie mich entdeckt setze ich meinen treuherzigsten Bilck auf und sie fällt auch prompt darauf herein und krault mich heftigst hinterm Ohr. Das hat schon lange keiner mehr mit mir gemacht, und da ich merke, dass die Tante es in der menschlichen Großstadtwildnis nicht lange ohne Beschützer macht, renne ich einfach mal hinterher als die Weiber vor dem Wächter und dem Doc fliehen. Und ohne meine tatkräftige Unterstützung hätte man sie auch geschnappt.
Beim ersten Stop an einem Supermarkt kommt dann doch tatsächlich so ein übelriechender Kerl daher und will meiner kraulenden Reporterin die Handtasche wegnehmen. Auch mein Bellen aus dem Auto heraus hält ihn nicht ab und dann fängt der auch noch an mich zu beschimpfen. So geht das nicht! Ich also raus aus dem Auto und der Typ gibt Fersengeld. Leider nicht schnell genug - Pech für ihn. Aber so hat mein Frauchen ihre Handtasche wieder und ist glücklich und ich werde wieder gekrault. Die treue Seele nimmt mich mit nach Hause. Doch blöderweise wohnt da auch noch ein Kerl, der mich nicht mag. Macht nix, ich ihn auch nicht und die Kanalie hat vor mir mehr Schiss als Vaterlandsliebe. Trotzdem muß ich wegen ihm im Freien übernachten - das mag ich gar nicht und merke deshalb, wie meine Beruhigungsdosis so langsam nachlässt. Aber Frauchen ist so lieb und läßt mich wieder rein.
Der nächste Morgen ist toll. Ein Nachbarsjunge geht mit mir Gassi und zusammen entdecken wir eine furchtbar arrogante Miezekatze. Und der Bub sagt doch dann zu mir, dass ich mir das Fellknäuel vornehmen soll. Nix lieber als das und ich jage das Katzenvieh durch die Nachbarschaft. Katze rauf auf einen Baum und dort fühlt sich das dumme Ding sicher und faucht mich an. Dumm gelaufen für die Muschi, dass in mir auch die DNS von Wildkatzen stecken. Ich also Krallen ausgefahren und rauf auf den Baum. Ihr hättet ihren blöden Blick sehen sollen, bevor ich die doofe Katze in der Baumkrone wie eine Würgeschlange an einem Stück heruntergeschluckt habe. Aber das war noch gar nichts gegen die Gaudi nachdem Frauchen weggefahren ist und mich nicht mitnehmen wollte. Da steht plötzlich ein fremder Mann vor dem Haus und schliebt lange weiße Papierstücke durch einen Schliz in der Tür. Was macht der an Frauchens Haus? Lieber mal anknurren. Da holt der doch glatt aus der Tasche eine Spraydose und sprüht mich mit einer unangenehmen Flüssigkeit an. Aua - das tut weh. Doch irgendwie wirkt das Zeug bei mir nicht so wie bei anderen Artgenossen und ich revanchiere mich. Tust Du mir weh tu ich dir weh. Naja, den Körper hab' ich dann nach einem sauberen Kehlenbiss unter der Veranda verbuddelt. Wer weiß, wozu ich's noch brauchen kann.
Habe ich schon von der liebreizenden Colliedame erzählt, die bei dem Nachbarjungen von heute morgen wohnt? Hach, was war die süss. Deshalb bin ich anschließend noch mal zu deren Hütte gelaufen. Ja ja - nach der Arbeit das Vergnügen. Collie ist allein zu hause und flüchtet zunächst vor mir. Aber alles verstecken hat doch keinen Zweck. Hechel. Warum die bloß so gejault hat? Dann seh ich das Auto von dem Freund meines Frauchens. Der hat mich nicht gekrault und will, dass sie mich weggibt. Also muß ich was unternehmen, dass der Typ weg ist. Der Brensschlauch schmeckt zwar nicht besonders dolle aber das Gummi kann meinem starken Gebiß eh nicht wiederstehen. Frohe Fahrt, du Hundefeind. Was ich bis dahin noch nicht wissen konnte ist, dass der Doc alles versucht, um mich wiederzufinden. Und auch so komische Leute in Uniformen wuseln ganz hektisch durch die Gegend. Die wollen mich doch nicht etwa finden, bevorrrr mein Berrruhigungsmittel nicht mehrrrr wirrrrrrkt? - Grrrrrrr!
"Man's best Friend", auch unter dem sinnigen Alternativtitel "Der Tod kommt auf 4 Pfoten" bekannt, ist ein weiterer Beitrag zur seit langer Zeit immer wieder aufflackernden Tierhorrorwelle. Und damit man niemand zu nahe tritt, muß als Erklärung für das Ausrasten des Fiffis mal wieder ein "Mad Scientist" herhalten. Dieser wird von Lance Henriksen gegeben, welcher aber auch schon bessere Rollen hatte. Eine im Zusammenhang mit Tierfilmen oft gedroschene Phrase trifft hier voll zu: Der vierbeinige Hauptdarsteller spielt die menschliche Besetzung voll an die Wand. Leider bin ich nicht in der Lage die Hunderasse eindeutig zu benennen - aber das Vieh ist schon gewaltig groß. Ein "Kalb" in der Umgangssprache. Besonders fasziniert hat mich, dass der Hund es schafft, richtig zu schauspielern - soll heißen, er kann innerhalb einer Szene sein Minenspiel ändern. Einen riesen Sonderapplaus für die hervorragende Dressur.
Für die Angriffs- und sehr kurzen Bissszenen hat man aber im Interesse der entsprechenden Darsteller bei Nahaufnahmen auf die Dienste des FX-Künstlers Kevin Yagher zurückgegriffen. Diese sind im Gegensatz zu seinen sonstigen Arbeiten aber nicht so ganz gelungen, da eindeutig als Tricks zu erkennen. Macht nix, denn allzu blutig ist "Man's best Friend" eh nicht ausgefallen.
Der Film spielt mit der Angst mancher Zuschauer vor Hunden und beruhigt gleichzeitig, dass ein solches Verhalten nur durch falsche menschliche Einwirkung zustande kommt. Auch greift der Wuffi nur Leute an, die ihn zuvor bedroht haben. Ich weiß nicht, ob dadurch nicht ein falsches Bild geweckt wird, denn bei Hunden gibt es wie bei Menschen verschiedene Chartaktere. Aber ich will hier keine neue Kampfhunddiskussion lostreten sondern über einen Hollywood-Mainstreamfilm berichten. Das Werk von Regisseur John Lafia (Chucky 2) ist gesundes Mittelmaß. Die Crew hinter der Kamera liefert eine professionelle Arbeit, ohne durch besonders innovative Einstellungen oder Kniffe aufzufallen. Das Drehbuch baut einige Kleinigkeiten ein, welche die Geschichte zwar interessant, aber dennoch ziemlich vorhersehbar gestalten. Aufgewertet wird das Teil durch solche Nebensächlichkeiten wie die Einstellung mit dem Hydranten, als Max sein Bein hebt und Säure an das Metall pinkelt.
Im direkten Vergleich möchte ich dem im Schlußteil ultimativen Hundeterror "Cujo" den Vorzug geben. Besser als der zum jaulen schlechte "Killerhunde" ist "Man's best Friend" aber auf jeden Fall (ist ja auch nicht schwer). Einige Parallelen zu "Watchers" drängen sich regelrecht auf. Man macht keinen Fehler, wenn man sich den Film ansieht. Andererseits ist es auch nicht schlimm, wenn man ihn bisher verpasst hat.