Review

Koks - Die Schneekönigin (1985)

Koks - Die Schneekönigin (1985)

All this hoopla for Hunter is extremely odd. It is a fairly well-crafted show, but other than that it is overwhelmingly ordinary, essentially indistinguishable from scores of middling cop shows that have preceded it, and scores that will follow. We are not talking Hill Street Blues here.
"In contrast to Miami Vice, Hunter remains remarkably un–’80s, decidedly un-hip."

Nach dem Pilotfilm Gnadenlose Jagd der erste von noch mehreren kommenden, teils auch einzeln auf Videokassette als 'Spielfilm' herausgebrachten Doppelepisode, hier mittig noch in der strauchelnden Ersten Season der von Frank Lupo entwickelten und eingangs von Stephen J. Cannell überwachten Hunter-Serie. Die Programmplanung der Verantwortlichen von NBC um Brandon Tartikoff – welcher im gleichen Zeitraum mit u. a. Miami Vice seinen eigenen Hit hatte und folgend auch noch einen sogenannten 'Lauf' – direkt gegenüber der Sendekonkurrenz von Dallas (direkt nach Denver Clan die damals zweitbeliebteste Primetime Serie) hat dem hier noch als Neuling angesehenen Projekt natürlich nicht geholfen, Einschaltquoten waren mau und die Kritiken auch nicht wirklich angesehen. Der hiesige Zweiteiler, welcher vorab dem Fernsehproduzenten Tartikoff gezeigt wurde, als einer der damals entscheidenden Gründe für eine weitere Chance und der kommenden Verbesserung der Qualität; später wurde auch noch ein Wechsel auf einen geeigneteren Wochentag und eine bessere Sendezeit zum Vorteil für die sich dann zum Publikumsrenner aktivierende Serie eingelegt. [Hunter war zu dem Zeitpunkt auf Platz 67, Miami Vice bspw. auf Platz 40 der Nielsen Ratings:]

Rick Hunter [ Fred Dryer ] und seine Partnerin Dee Dee McCall [ Stepfanie Kramer ] sind gleichzeitig einzeln und gemeinsam gegen den Drogenboss Vic Terranova [ Dennis Farina ] her, der u.a. von der als Schnee-Königin bekannten Sally LaPone [ Lycia Naff ] versorgt bzw. im Vertrieb unterstützt wird. Als McCall die junge Frau auf frischer Tat schnappen kann., stellt plötzlich aus New York Sgt. Jackie Molinas [ Dennis Franz ] in der Tür, der sie wegen einem anderen und schwerwiegenderen Fall zurück in die Heimat überstellen, aber eigentlich aus dem Weg schaffen will. Bald muss Hunters Vorgesetzter Captain Dolan [ John Amos ] zusehen, wie in seiner Stadt ein Krieg ausbricht.

Geschrieben wurde die auch als "Die Kokain-Königin" bekannte Doppelepisode ebenso wieder der Pilotfilm von Serienentwickler Frank Lupo, sein eigenes 'Kind' also, dem hierdurch (per Regie von Tony Mordente respektive Richard Colla) erneut Schwung verschafft wird und die weitere Laufbahn kredenzt. Ein Wechsel in der Machart und die Anpeilung mit an den damals glühenden Stern Miami Vice, welcher nicht umsonst den Arbeitstitel MTV Cops hatte und vor allem auch akustisch und visuell funktioniert, ist dabei durchaus deutlich; vom eher blassen urbanen Vertreter der Eröffnung hinweg wird hier verstärkt an den Farben gedreht und teils auch videoclip-artig montiert, allen voran bei der Einleitung selber, in der ein Mädchen vom Lande in die Metropole von Los Angeles kommt und sich dort inspiriert von der Umgebung durch Haarschnitt und Klamottenkauf in eine 'Ortsansässige' verwandelt, vom Provinzgirl zur Aufmerksamkeit der Großstadt und das Ganze entsprechend in knalligen Bildern und zu einem eingängigen Popstück. Viel Rot, viel Pink, dazu Blaufilter und eine gewisse Freizügigkeit oder auch Körperbetonung. Dergleichen Heischen nach Style over Substanz kommt übrigens folgend noch öfters und gleich auch noch Szene an Szene, erst bei einer missglückten Drogenrazzia und danach bei einer sexuell offensiven 'Observation' in einem Supermarkt durch Sergeant Hunter und der Beobachtung und Wahrnehmung recht offenherzig gekleideter junger Damen bzw. deren Körperpartien Busen, Bauch, Beine und Po vor; während ein rasch eingeleiteter Überfall auf eben diesen Markt durch ebenso schießwütiges Eingreifen der Polizisten verhindert wird. Da zersplittern in glorreicher Zeitlupen die Schaufensterscheiben, während von innen aus dem Gebäude heraus das Streufeuer auf den fliehenden Wagen eröffnet wird. [Second Unit ist von Terry Helden USA Leonard.]

Die später anlaufende Geschichte mit der Konkurrenz zweier Polizeiorganisation, der der einheimischen kalifornischen Variante und der der angereisten New Yorker Abgesandtschaft sowie das Bewegen dazwischen und das Vorhandensein einiger gestandener und prägnanter Darsteller wie Franz als 'Ein-Mann-Tötungsmaschine', Farina und Amos zusätzlich zu Hunter und Kramer als eingespieltes Team bekommt der Serie auch gar nicht so schlecht; ein Polizei'film' der mittlerweile alten Schule, in der auch über den Dialog gearbeitet wird und dennoch mit vergleichsweise knappen und schnellen Einstellungen sowie den Zutaten korrupter Kollege, engstirniger Vorgesetzter, mafiöser Hintermann, ermordeter Informant und flüchtige Kronzeugin gespielt. Schauplätze sind statt Seitenstraßen, Hinterhöfe und Nebengassen diesmal mondäne Orte wie Nachtclub, Villa und Yachthafen, wo mittig im Scheinwerfer- und Nebellicht ein nächtliches Feuergefecht in und um das dort liegende Schiff im Hafen mit Stößen aus der Maschinenpistole und Stürzen in den Glastisch hinein ausbricht. Leider nur trägt die Handlung nicht die veranschlagten 80+ Minuten und ist alsbald doch sichtlich gedehnt und mit zunehmend redundanten Streckmaterial angefüllt, außerdem scheitert trotz viel Potenzial ausgerechnet der Showdown, der als 'Sturm auf eine Gangsterhochburg' angekündigt wird und letztlich eine Fünf-Mann-Besetzung und drei Kugeln involviert.

Details
Ähnliche Filme