Amanda Seyfried spielt eine junge Kellnerin, die einst allein im Wald aufgefunden wurde und behauptet hat, sie sei entführt worden, aber aus dem Erdloch, in dem sie gefangen gehalten wurde, entkommen. Die Polizei, die keine Hinweise für ihre Geschichte finden konnte, schenkte ihr keinen Glauben. Nun verschwindet jedoch ihre Schwester, mit der sie zusammenlebt, spurlos. Da ihr erneut niemand glauben will, dass der Entführer von damals existiert und es nun auf ihre Schwester abgesehen hat, versucht sie nun selbst ihre Schwester zu befreien.
“Gone“ war weder im Kino noch bei den Kritikern erfolgreich, vielmehr fiel er beim Publikum durch und wurde in den meisten Rezensionen zerrissen. Erklären lässt sich dies damit, dass der Thriller das Rad nicht gerade neu erfindet und wenig Innovatives präsentiert, dazu hier und da ein paar kleine Fehler ausweist. So stellen sich sowohl die Polizei als auch der Entführer am Ende des Films ausgesprochen ungeschickt an, wenn sie die Protagonistin fassen, bzw. überwältigen wollen. Letztlich macht “Gone“ aber aus seinen Möglichkeiten das Beste und beweist, dass ein handwerklich sauberer Thriller auch ohne die ganz großen Ideen übers Mittelmaß hinauskommt.
“Gone“ unterhält besonders deshalb über weite Strecken sehr gelungen, weil sich Regisseur Heitor Dhalia nicht in die Karten schauen lässt. Lange bleibt offen, ob es einen Entführer gibt oder eben nicht. Zwar nimmt die Protagonistin Verfolgung auf und findet durchaus schlüssige Hinweise, die auf eine Entführung ihrer Schwester hinweisen, gleichzeitig ist es aber auch möglich, dass sie sich in einer kruden Theorie verrennt und ihre Schwester schlicht und einfach weggelaufen ist, weil sie beispielsweise wieder mit dem Trinken angefangen hat. Wenn es einen Entführer gibt, fragt sich, wer er ist und auch hier wird der Verdacht geschickt auf verschiedene Personen gelenkt. Vor allem beim Finale, bei dem es zu einigen gelungenen Wendungen kommt, baut der Film mit dieser ungewissen Stimmung und der vor allem zum Ende hin sehr dichten Atmosphäre gekonnt Spannung auf und hält diese.
Da stört es auch nicht weiter, dass die Charaktere nicht sonderlich an Profil gewinnen und die Story neben einem im Großen und Ganzen gelungenen Plot nicht allzu viel Substanz hat. Da Dhalia den Film aber flüssig und stringent erzählt, gibt es dennoch keinen Leerlauf und durchweg gelungene Unterhaltung, wenn man, wie eingangs erwähnt, von ein paar kleineren Fehlern absieht. Zudem spielt Amanda Seyfried die Hauptrolle durchaus überzeugend und gestaltet das Geschehen somit etwas glaubwürdiger. Auch der restliche Cast überzeugt dabei durchaus.
Fazit:
Zwar bietet “Gone“ nichts, was andere Thriller nicht schon vor Jahren gut gemacht hätten, aber er unterhält trotz der platten Charaktere und kleinerer logischer Brüche sehr gut. Bis zum Ende stellt sich die Frage, ob es nun einen Entführer gibt oder nicht, um wen es sich dabei handelt und auch darüber hinaus gibt es immer wieder gelungene Wendungen, die die Situation umkehren oder in einem anderen Licht erscheinen lassen. Zügig erzählt und routiniert gespielt handelt es sich hierbei also um einen handwerklich sauberen, spannenden Thriller.
75%