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Jill Parrish entdeckt eines Nachts, dass ihre Schwester Molly entführt wurde. Jill, die ein Jahr zuvor selbst nur knapp einem brutalen Serienkiller entkommen konnte, ist fest davon überzeugt, dass es sich um den gleichen Täter handelt - doch die Polizei hält sie für geisteskrank. Aus Angst, Molly könnte in zwölf Stunden tot sein, macht sich Jill auf eine atemlose Jagd, die Existenz des geheimnisvollen Killers zu beweisen und das Leben ihrer Schwester zu retten.

Die schöne Anfangssequenz mit der Unheil verkündenden Musik und dem netten Kameraschwenk aus der Luft von den umliegenden Wäldern hin zum Ort des Ganzen nach Portland Oregon. Die Story pendelt sich allerdings recht schnell wieder auf das Level eines soliden, aber nicht unbedingt guten, Thrillers ein. Zeitweise gelingt es aber sowohl dem Script als auch Amanda Seyfried als zentrale Figur Jill durchaus so etwas wie Atmosphäre und Rätselraten beim Zuschauer aufzubauen.
Nachdem eines morgens Molly spurlos verschwindet erfährt der Zuschauer nach und nach auch wichtiges über Jills Vergangenheit (oder zumindest von dem, was sie dafür hält). Selbst entführt, von einem Unbekannten in einem Erdloch gefangen gehalten und mit zahlreichen anderen weiblichen Leichen konfrontiert kann man schonmal einen leichten psychischen Sprung in der eigenen Schüssel abbekommen. So ist dann natürlich die zentrale Frage, die sich auch die alarmierten Cops stellen müssen (und bei Jills eher wirrem Vortrag, kann ich deren Zweifel durchaus nachvollziehen), ob hier wirklich ein Verbrechen vorliegt oder alles pure Einbildung ist.
Was dann folgt ist aber eher Genrestandard. Jill fragt sich von a nach b durch, folgt Spuren bis hin zu einem geheimnisvollen Jim, während die Polizei ihr nachjagt, da sie bewaffnet ist und als ehemalige Klapseninsassin alles andere als 1a vertrauenswürdig ist. Eher überraschend kommt dann aber das doch sehr konventionelle Ende. Bei Thrillern ist man es ja inzwischen gewöhnt wenigstens zum Finale noch mindestens einen Monster-Twist vorgeknallt zu bekommen, während es hier doch vergleichsweise glatt ausläuft.
Seyfried gelingt es dabei recht gut die gleichzeitig mutig agierende Schwester, aber auch die jederzeit psychisch Labile dazustellen. Leider gehen dem Script aber schnell die wirklich guten Ideen aus, da hätte man deutlich mehr rausholen können. Kann man sich schonmal anschauen, aber es gibt bessere Thriller
6/10

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