Die Idee den Weltuntergang einmal in einen unterhaltsamen Kontext zu packen sammelt sofort Pluspunkte. Dies war sicher nicht einfach umzusetzen, denn wenn dies zu sehr übertrieben wird, wirkt es unglaubwürdig. Das ist es jedoch dennoch und nur wer sich auf diese außergewöhnliche Vorbedingung einlässt kann den Film überhaupt genießen. AUF DER SUCHE NACH EINEM FREUND FÜRS ENDE DER WELT (ADSNEFFEDW) meistert diese Anforderung durch viel skurrilem Witz, guten Darstellern und einem Schuss Romantik.
In 3 Wochen wird die Erde ganz sicher durch einen Asteroiden getroffen und neben dem durchaus vorhandenen Wahnsinn von blindwütiger Zerstörung und Plünderung, gibt es nicht nur sehr bis zuletzt korrekte Polizisten, sondern mit Dodge (Steve Carell) und Penny (Keira Knightley) auch 2 Menschen, die sich im Stile eines Roadmovies trotz aller Widrigkeiten ineinander verlieben.
Mit einem bescheidenen Budget wurde eine sehr liebenswerte genre-übergreifende Mischung aus Endzeitdrama, Satire, Romanze, Dramedy und Roadmovie geschaffen, welches nicht aus Action und Effekten seine Story zieht sondern wie 2 Menschen ungeplanterweise (?) zueinander finden. Aus seiner anfänglichen Verspieltheit mit dem Thema gibt es auch besinnliche und traurige Momente. Allzu viele Hollywood-Klischees werden erfolgreich vermieden, aber dennoch gibt es mit dem Auftreten von Keira Knightley und der aufkeimenden Lovestory eine gute Portion Rührseligkeit die den Bildschirm ein wenig zu sehr in seichten Schmalz taucht. Hier hätte man mehr wagen können. Steve Carell jedoch überzeugt durch seine charmant untertriebene Art wohingegen Keira Knightley in einige Szenen hart am overacting vorbei schrammt und für mich keine Idealbesetzung darstellt.
Von den klassischen action-orientierten Weltuntergängen oder Endzeitszenarien von Emmerich und Co. angefangen, gab es in den letzten Jahren sehr unterschiedliche Interpretationen über MELANCHOLIA (Betonung der psychologisch-manisch-depressiven Komponente), PERFECT SENSE (Liebesdrama unter Verlust aller Sinne), THE ROAD (als Endzeit Roadmovie) und zuletzt 4:44 LAST DAY ON EARTH (die Glorifizierung des Banalen). ADSNEFFEDW fügt dieser Sammlung noch die schwierige Komponente der liebesromantischen Story hinzu und überzeugt aufgrund dieser schweren Aufgabe nicht vollständig. Auch das Ende packt dann doch noch sehr die Kitschtrommel aus, auch wenn dann ganz am Schluss der Film noch mal die Kurve kriegt und man von einem bewegenden Untergang sprechen kann.
5,5/10 Asteroiden....äh,....Punkten