Ein kurzhaariges junges Mädchen verschafft sich Zugang zu einem Altersheim, wo sie einen Greis aufsucht - dem bricht sie mehrere Finger, um von ihm Informationen zu einem geheimnisvollen "Klausner" zu bekommen: Dieser "Klausner" soll das Mastermind eines immer noch existenten Rings hochrangiger Nazis sein, die irgendwo in Osteuropa eine Art Comeback mittels einer Zombie-Armee planen. Bevor der Alte mehr aussagen kann, stirbt er an einem Herzinfarkt, was Lena, die ihm gerade noch gedroht hatte, ihn mit einem Kissen zu ersticken, fast etwas traurig stimmt. Aber egal, in der nächsten Szene ist sie per Trabbi nach Osteuropa gereist, wo bereits Nato-Truppen aufgezogen sind, die ebenfalls nach den Nazi-Zombies suchen. Mit dem ebenfalls vor Ort befindlichen Ingenieur Wallace zieht Lena gemeinsam mit den Soldaten los, um die Zentrale der Zombies (in irgendeinem unterirdischen Bunker "da draußen") zu finden und dort eine geheimnisvolle Maschine zu zerstören. Am Weg dorthin treffen sie immer wieder auf unkaputtbare Nazi-Zombies, aber Lena und Wallace schaffen es natürlich trotzdem, in die Zentrale einzudringen...
Oh weh, Outpost - Black Sun bietet Naziploitation der übelsten Sorte: Ohne irgendein schlüssiges Konzept werden einfach martialisch ausgerüstete Soldaten ins Bild gesetzt, die sich durch die düstere Gegend ballern. Trotzdem sie brav ihre ganze Munition auf die ab und zu auftauchenden SS-Zombies feuern, stehen diese immer wieder auf und dezimieren die wackeren Briten. Als diese immer weniger werden, lassen sie sich von der jungen Zivilistin(!) Lena führen, die - man ahnt es schon - den richtigen Riecher hat. Als dann endlich der Bunker erreicht ist, gilt es die geheimnisvolle Maschine erstens in Gang zu setzen und zweitens auch gleich zu zerstören. Künstliche Spannung wird durch zusätzlichen Zeitdruck erzeugt, denn wenn es der Trupp nicht bis zu einer bestimmten Zeit schafft, schmeißt die NATO genügend Atombomben auf den Bunker. Zur Überraschung des gelangweilten Zuschauers schaffen es Lena und Wallace natürlich grad noch rechtzeitig, vor dem Bombardement rauszukommen.
Leider ist dieser Kriegsfilm, der sich einiger weniger Horror-Elemente bedient, storytechnisch miserabel in Szene gesetzt: Nichts ist glaubwürdig: der Ort der Handlung irgendwo in Osteuropa ist vermutlich in Jugoslawien, der Trabant mit DDR-Kennzeichen (der als einziges diesbezügliches Relikt gelten mag) würde die (späten) Achtziger Jahre markieren, aber daß damals die NATO dort Nazi-Zombies jagen dürfte, ist genauso an den Haaren herbeigezogen wie manch anderes Detail der kruden Story. Die angesprochenen Zombies bewegen sich langsam und geben eine Mischung aus Löwengebrüll und Schweinegrunzen von sich, sofern mehr von ihn zu erkennen ist haben sie wenigstens Zombiemasken auf. Sie tauchen ab und zu draußen und im Bunker auf (dort übrigens auch eine Art Zombie-Hexe) und sind mehr oder minder nur Kanonenfutter.
Die beiden Hauptdarsteller (Lena und Wallace) haben zwar die meiste Screentime, bleiben aber in der Charakterisierung blaß und können zu keiner Zeit irgendwelche Sympathiewerte erzielen: Die mit ihren vielleicht 25 Lenzen eher altklug auftretende Lena scheint bei der Berufsberatung (Nazi-Jägerin) irgendwas falsch verstanden zu haben, und der "Wissenschaftler"(?) Wallace, der wie ihr alter Kumpel aus gemeinsamen, zurückliegenden Abenteuern auftritt, hat sein Nazi-Zombie-Steuerungsmaschinen-Studium auch noch nicht ganz abgeschlossen. Statt eines "Klausner" finden die beiden dann einen anderen Typen, der in Kabel gewickelt ist und blaue Blitze anzieht. Oder abblockt. Oder sonstwas, denn mit zunehmender Dauer wird das Geschehen immer konfuser.
Die geheimnisvolle Maschine besteht aus irgendwelchem Industrieschrott der offensichtlich am Drehort vorhanden war, lediglich bei ein paar dazwischengeschnittenen Manometern(?) hat die Regie versucht, dem ganzen einen "deutschen" Touch zu geben: So kann man dort "Schiffer Braunschwaig" (ja, mit ai) lesen und darunter die Zeile "Gemacht in Deutschland". Wers nicht weiß: das steht für "Made in Germany" oder auch für eine miserable Übersetzung oder eben für den stark eingeschränkten Horizont der Zielgruppe dieses Schwachsinns. Negativ fallen auch einige große Hakenkreuze auf, die majestätisch präsentiert wohl sinnbildlich für die Gefährlichkeit des Bunkers stehen sollen - in Wirklichkeit findet nicht die geringste Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus statt, weder in ideologischer Hinsicht noch in historischer.
Neben den teilweise hundsmiserabel körnigen Bildern ("Liveübertragungen" aus der Kampfzone) fallen bei den Actionszenen auch wieder einige Schnellschnitte negativ auf - zusammen mit den Logiklöchern, der grundsätzlich billigen und spannungsfreien Storyline und den unsympathischen bis beliebigen Darstellern kann man Outpost - Black Sun als nichts anderes als gequirlte Scheisse bezeichnen - schade ums Geld, schade um die Zeit. 1 Punkt.